Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 102 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
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102 Zionisten, auf. die. wir."als Mitglieder nicht verzichten können, zur Folge haken.müßte» und noeil ich es nicht für richtig halte, daß wir in solchen politischen Fragen irgendwelche Beschlüsse fassen, die m. E. lediglich der Beschlußfassung der Hauptorganisation׳ unterliegen, die uns da Direktiven zu geben hat, denen wir als Tochterorganisation zu folgen haben. Ich schlage nun vor, über unsere drei Anträge en bloc• abzustimmen und bitte Sie, dieselben einstimmig anzunehmen. Le wi so hn-Würzburg hofft lebhaft, daß eine Debatte stattfindet. Spricht von einer zionistischen Propagandaversammlung, aus welcher sestgestelit wurde, daß die Eigenarten des Iüdentumes im Tesillin-legen und Gänsegrieben-essen bestünden. Zitiert einen Ausspruch des Zionisten Moissesohn: Die Orthodoxie gleicht einer Konservenbüchse, die stinkig wird, wenn sie an die Luft kommt. Wenn die Agudoh als eine Korporation von Korporierten aufgesaßt wird» darf kein Zionist in den Vorstand ausgenommen werden. Rabbiner Blum hält es für unbedingt wichtig, daß, wenn ein Punkt in die Debatte hineingeworfen worden ist, er auch ausführlich behandelt werden muß. Es ist völlig gleich, ob dies vom Vorstand oder aus der Versammlung heraus geschehen ist. Ist nicht dafür, einen Beschluß zu fassen, sondern schlägt die Annahme folgender Resolution vor: ״Die Ä.J.I.O. spricht ihre Meinung dahin aus, daß jeder in seinem praktischen Leben auf dem Boden des gesetzestreuen Judentumes stehende Agudist ungeachtet seiner jüdisch politischen Stellung in den Vorstand wählbar ist." Für uns gibt es nur einen Maßstab, gehört die Jugend zu uns oder nicht. Und sie gehört zu uns, wenn sie auf dem Boden des gesetzestreuen Judentumes steht. Ich frage die Versammlung: Darf der zionistische Agudist Lehrer bei uns sein, aber nicht Vorstands- Mitglied? Ich bitte dringend um ein offenes Wort zur Vermeidung von gemeinen und hinterlistigen Kämpfen, wie sie wohl in manchen Ortsgruppen׳ vorkamen. Max Cohen als Versammlungsleiter ruft den Redner zur Ordnung wegen der Worte ״gemein und hinterlistig". Schn e l l er-Breslau verliest verschiedene beachtenswerte Sätze aus ״Achad Haam". Zitiert Rabbiner Hirsch (Schwierigkeiten! bei dem Austrittsgedanken). Wir dürfen dem Zionismus keinen Beitrag zahlen» der. dem Bezallel und dem Gymnasium in Jaffa zugute kommt. Bekennt sich als Gegner des Zionismus, aber verlangt Annahme der Resolution Rabbiner Blum. Beantragt'Schluß der Debatte unter An- Hörung der Rednerliste und Abstimmung über die Resolution Blum. ׳Harry L e v y - Berlin bekennt sich als Nichtzionist. Führt aus» daß uns das eine zionistische Vorstandsmitglied unmöglich schaden könne. Macht daraus aufmerksam, daß die Zionisten ja auch keinen Antrag haben, keinen Orthodoxen in den Vorstand nehmen zu dürfen: Hält es für das beste Mittel gegen den Zionismus, als Zionist in der Agudoh mitzuarbeiten׳. vr. Birnbaum-Berlin ist mit dem Vorredner nicht einverstanden. Man muß vor dem Zionisten Furcht haben, denn er wirkt bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit für den Zionismus. Bemerkt, daß Herr Cohen in seinem Referat aus der Versa mmlang heraus gesprochen habe, nicht aus dem Vorstand, und kann daher der Leitung kein Vorwurf gemacht werden׳, sie habe die Frage angeschnitten. Jeder Zionist wird im Vorstand ein Riecher sein. Eine » ,