Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 101 (sequence 103)
- Language
- German
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gesicherte Heimstätte in Erez Jisroel. Allem wie können wir uns einer.Organisation anschließen, die unser Heiligstes mit Füßen tritt, dasjenige, für das unsere Ahnen zu Hunderten und Tausenden! ihr Leben Hingaben, als Privatsache und somit als für uns nicht bindend erklärt Hot. Mir hat das Herz geblutet, -als ich!heute vor 8 Tagen in einer-zionistischen Versammlung? zu der ich geladen war, einen Redner vor 14—17jährigen Knaben ׳ und Mädchen auseinander setzen hörte, daß es dreierlei Arten gäbe, Jude zu sein. 1. Frommheit, 2. Zdokoh, 3. jüdische Politik treiben. Daß man genau so gut Jude ist, wenn man jüdische Politik treibt, als wenn man das Zeremonial- und Ritual- Gesetz peinlichst beobachtet. Sollen wir unsere Jugend in solche Vereine senden, damit sie die andern aufklärt? Meine Herren und Damen, für solche Experimente ist mir nun doch unsere Jugend zu kostbar. Bedenken wir doch, daß nicht der schlechte Apfel vom guten, sondern der gute vom schlechten beeinflußt wird. Nie und nimmermehr könnten wir dies vor unserem jüdischen Gewissen verantworten! Wenn nun trotzdem eine große Zahl gesetzestreuer Juden sich der zionistischen Bewegung angeschlossen hat und selbst nach der Gründung der A. I. sich nicht entschließen konnte, der zionistischen Bewegung den Rücken zu kehren, so ist das meines Erachtens lediglich darauf zurückzuführen, daß die A. I. — so sehr mit dem Osten beschäftigt — nicht genügend das Nationale in ihrem Programm betont — sagen wir frei heraus, sehr wenig nationale Arbeit leistet. Wollen wir die zu uns gehörenden, in der zionistischen Vereinigung aber Organisierten, zu. uns herüberziehen, so muß das anders werden, so müssen wir dafür sorgen, daß auch wir, sowohl die Hauptorganisation als die Jugendorganisation, jüdisch-nationale Arbeit im Geiste der Thauroh leisten. Das wollen wir durch unseren 2. und 3. Antrag erreichen. Eine aussührliche Begründung dieser 2 Anträge ist, so glaube ich, im Hinblick auf meine Ausführungen auf dem Bundestag und diejenigen des Herrn vr. Carlebach-lLeipzig als überflüssig zu bezeichnen. Nur ein Wort noch. Nehmen! wir diese Anträge an und führen wir sie auch in praxi durch, dann meine Damen und Herren, bin ich überzeugt, daß sich dies als die beste Waffe gegen den Zionismus erweisen wird, und daß dann die gefetzestreuen Zionisten von selbst zu uns kommen. So lange dies aber nicht durchgeführt ist. solange wird eben doch noch ein Teil unserer Besten beim Zionismus bleiben, in der UeberzeUgung, daß eben dort׳ seinen nationalen Idealen mehr Verständnis entgegengebracht wird, als bei uns. Und nun komme ick zur Frage zurück, die ich zu Anfang berührte. Meine Damen und Herren, ich muß die Frage aufwerfen: Ist es jüdisch, wenn wir solche Gleichgesinnte zu Mitgliedern 2. Klasse stempeln und ihnen den Eintritt in den Vorstand versagen, ja, ich gehe noch einen Schritt weiter, ist es Zweckmäßig, daß wir durch einen solchen Beschluß das Tischtuch zwischen uns und den orthodoxen Zionisten, zu denen leider Gedaulei Hadaur gehören, zerschneiden? Diese Frage stellen, heißt sie verneinen. Womit ich absolut nicht gesagt haben möchte, daß ich es als ein Ideal ansehe, wenn Zionisten in unseren Vorstand ausgenommen werden. Im Gegenteil, mir persönlich wäre es lieber, wenn möglichst überall der nötige Takt bei den Wahlen die Zionisten ausschließe. Denn ich verlange von einem Vorstands- Mitglied der Agudoh, daß es seine ganze Kraft in den Dienst unserer Sache stellt: für Halbheiten ist bei uns kein Raum. Aber, meine Damen und Herren, einen derart offiziellen Beschluß zu fassen, halte ich für äußerst bedenklich, weil er einen Massenaustritt der gefetzestreuen