Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 100 (sequence 102)
- Language
- German
- Belongs to
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100 Oskar Eis enberg - Straßburg regt an, die elsaß-Iothr. Anträge zur Debatte zu stellen. . Rabbiner Blum bittet um sachliche Debatte. Vorschlag Eisenberg angenommen. Gruppe Berlin stellt den Geschästsordnungsantrag: Fünf Minuten Redezeit für die bevorstehende Debatte. Angenommen. Oskar Eisenb erg- Straßburg begründet die ' drei Anträge Elsatz-Lothr. Meine Damen und Herren! Mit Rücksicht auf die fortgeschrittene Zeit und darauf, daß wir bisher durch diese unliebsame und Zeitraubende Geschäftsordnungsdebatten noch sozusagen keine positive Arbeit geleistet haben, andererseits noch eine derartige Fülle von Arbeit angehäuft ist, daß ich wirklich nicht sehe, wie wir heute dieselbe bewältigen können, will ich mich so kurz wie möglich fassen. Ich kann dies umsomehr, als ich meinen Standpunkt über den Zionismus während des Bundestages wiederholt geäußert habe. Unser 1. Antrag bedarf meines Erachtens überhaupt nicht der Begründung. Er ist so selbstverständlich, daß ich mir jedes weitere Wort schenken möchte. Daß׳ wir in außenpolitischen Fragen nicht das Wort haben, daß wir uns vielmehr da von der Hauptorganisation die Wege, zu weisen lassen haben, das, meine Damen und Herren, dürfte uns allen klar sein. Trotzdem ist von der Versammlung gewünscht worden, daß wir, ohne irgend welche Beschlüsse zu fassen, uns doch darüber aussprechen sollen, wie wir uns dem Zionismus .gegenüber zu verhalten haben, nachdem Herr Max Lohen gestern gefordert hat, daß wir gesetzestreue Zionisten wohl als Mitglieder ausnehmen, nicht aber in den Vorstand wählen sollen. Bevor ich dazu Stellung nehme,״ gestatten Sie mir ein Wort an diejenigen Herren und Damen, die etwa organisierte Zionisten sind oder allzusehr mit dem Zionismus sympathisieren. Was auch von dieser Tribüne gegen den! Zionismus gesagt wird, Sie wollen es nicht als persönliche Angriffe ausfassen. Denn, meine Damen und Herren, ich spreche doch hier nicht zu Zionisten, i ch k e nn e hierauf dem De legi er t e-ntag! nur Agudisten. Auch Sie, Herr Fromm, sind inerster Linie Agudist, sind Jude. Agudisten sind Juden, die, im Gegensatz zum Gros der Zionisten, auf gesetzestreuem Boden stehen, Juden,׳ denen unsere Thauröh Hakdauschoh im Gegensatz zum Gros der Zionisten das Primäre, und nicht wie jenen Elementen bestenfalls das!Sekundäre ist. Meine Damen und Herren! Herr Fromm hat uns gestern auseinander gesetzt, daß der Zionismus der Religion!gegenüber Neutralität proklamiert hat. Ich!glaube, daß dieses politisch .jetzt so oft gebrauchte Wort in den Köpfen manches Zionisten eine kleine Begriffsverwirrung verursacht hat. Meine Damen und Herren, was verstehen wir denn unter ״Neutralität" einer Religion!gegenüber. Doch nichts mehr und nichts weniger, als daß die Religion — in diesem Falle unsere Thau-roh Hakdauschoh — für den Einzelnen nicht bindend ist. In demselben Augenblick also, in dem der Zionismus die so oft gepriesene Neutralität proklamierte, in demselben Augenblick hat er sich als antijüdisch, als Todfeind des positiven Judentums erwiesen, hat er eine unüberbrückbare Klust zwischen sich und der Orthodoxie geschaffen. Meine Damen und Herren, nun hören wir oft von den gesetzestreuen Zionisten, ״das, was wir erstreben, ist doch auch euer Wunsch und Ziel, so kommt doch zu uns und sorgt, daß alles im Sinne und Geiste der Thauroh geschieht". Es ist richtig, meine Damen und Herren, auch wir wünschen bechol lew üwchol nefesch eine rechtlich