Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 99 (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
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— ,99 . ,A n t r.a g: Wix.beantrggen, btzn Punkt, betr. die Zugehörigkeit von Zionisten Zur A.J.J.O. und deren Vorstand von der Tagesordnung des heutigen Delegiertentages abzusctzen und ihn an das provisorische Komitee, zur Beratung.weiterzugeben. A.J.J.G.-Berlin (t. A. Stein), .A.J.J.G.-Halberstadt (i. A. Seckbach). Direktor Lange (zur Erklärung): Kein Mensch hat etwas dagegen, wenn ein Zionist Mitglied der Jugendgruppe ist. Aber darf ׳ .ein Zionist in den Vorstand gewählt werden? Diese Frage zu entscheiden, muß dem ״Waad Hachachomim" überlassen bleiben. Mein Standpunkt ist: Ein Zionist kann wohl Mitglied der Gruppe, aber kein Vorstandsmitglied werden, besonders wenn er im Vorstand einer zionistischen Jugendgruppe ist, da er ja dann sür den Zionismus Propaganda treiben muß. Rabbiner Blum ist gegen den Antrag, die Debatte über den Zionismus zu unterbinden. Bedauert, daß, nachdem die Frage gestern in breiter Oefsentlichkeit angeschnitten wurde, dieselbe nicht auch vor dieser, zur Lösung Kam. Oskar Eisender g- Stratzburg verliest Antrag Elsaß-Lothringen Seite 1. Betont, daß der Delegiertentag seine Meinung betr. Stellungnähme zum Zionismus äußern, nicht aber eine Stellung ergreisen muß. Alexander-Berlin stellt fest, daß 7 Delegierte der Berliner Gruppe nichts von obigem Antrag gewußt haben. Stein-Berlin bittet, den Antrag auf seinen Namen zu stellen,׳ die Berliner Jugendgruppe zieht ihn zurück. Der Antrag wird aufrecht erhalten von Dr. Birnba u m, Stein -Berlin und Jugendgruppe Ha l der ft ad t. Direktor Lange wendet sich gegen bie Ausführungen von Rabbiner Blum. Stellt fest, daß die Gruppe, die gestern den, Zionismus zu behandeln scharf forderte, vorhin einen gegenteiligen Antrag gestellt habe. Vertritt den Standpunkt Eisenberg: Meinung äußern nicht Stellung nehme n. Dr. Rothschild- Dinslaken bittet um Ruhe und Selbstzucht und die Geschäftsordnungsfragen abzuschneiden. Abstimmung: Zionismus behandeln oder nicht. Ergebnis: Antrag Stein und Halberstadt gefallen mit 31. gegen 75 Stimmen. Gruppe Breslau beantr a g t: 1. Hinsichtlich der schweren Folgen soll die Entscheidung dem ״Waad Chachomim" überlassen werden. 2. Jede Gruppe soll in den Vorstand wählen können, wen sie will. S ch n e I le r - Br e s I a u begründet den Antrag. Direktor Lange findet Satz 1 des Antrages gut, aber den zweiten schlecht. Bittet, den 1. Teil anzünehmen und den 2. fallen zu lassen. Erich Fromm- Frankfurt a. M. bittet dringend die Versammlung um Klarheit. Warnt vor einer Halbheit. Es soll evtl, ein provi- ׳sorischer Beschluß gefaßt werden. A n t r a g der Gruppen Köln und D ü s s e l d o r f: Schluß der Debatte unter Bewilligung von je 10 Minuten Redezeit für einen .Zionisten und einen Antizionisten. Lehrer Kahn-Alsfeld warnt energischst vor einer Vogelstrauß- Politik. Er betont, nicht Zionist und nicht Nationalist zu . sein, aber er .verlangt eine Stellungnahme.