Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 97 (sequence 99)
- Language
- German
- Belongs to
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67 ׳ Lehrer Kahn-Alsfeld: Zur Geschäftsordnung: Beantragt nochmals Schluß der Debatte. Alexander -Berlin: Beantragt die Debatte nicht zu schließen. Abstimmung. Ergebnis: Schluß der Debatte unter Anhörung der Rednerliste. Rabbiner Dr. Carleb a-ch-Leipzig spricht seine große Freude über die 52 besteh>enden Gruppen aus. Hofft, daß die Werbearbeit der A.J.J.O. auch auf reformerisch und indifferent gesinnte Leute ausgedehnt wird, vor allem auch aus die national Gesinnten. Schildert die Zustände Leipzigs, welches eine Hochburg der Nationalen darstellt, die die Antipathie gegen alles Orthodoxe betonen. (Sie fassen die Beobachtung der Mizwaus nur als Volkscharakter auf, sie sind׳ fromm, aber nicht, weil sie Glieder einer Gesetzes Nation sind.)׳ Hier soll und muß die Agudoh eingreisen. .Die Leute wollen offiziell nicht zur Orthodoxie gerechnet werden, aber sie sind auf dieselbe angewiesen (z. B. Rabbiner, Unterricht usw. usw.). Aus dieser Tatsache heraus sind die Wege zur Anbahnung eines Zusammengehens mit ihnen gegeben. Man kann ja ruhig nach dem Beispiel der Zionisten Vorgehen, -die in Leipzig folgendermahlen zum Ziele gelangten. Zionistische Studenten und Studentinnen sind in Leipzig auf die Jugend losgelassen worden׳: sie haben sie wahrhaft elektrisiert. Menschen mit glänzender Rednergabe, vorzüglichen Umgangsformen drängten sich an die Jugend, begeisterten sie für die zionistische Idee, und was boten sie nicht alles!! Sprachkurse, Diskussionskurse, Wanderungen usw. usw. Die Agudoh soll offiziell Studenten und Studentinnen nach Leipzig und anderen Städten, in denen die Situation ähnlich ist, schicken und dort ideell und materiell, wie die Zionisten, propagieren. Die jüdischen Lehrkräfte in Leipzig sind für diese Arbeit zu sehr überlastet und sind auch nicht, wie ganz junge Menschen, geeignet, Einfluß aus die Fugend zu gewinnen. Diese Agudisten sollen sich aber nicht von vornherein als Antinationalisten vorstellen. Alexander -Berlin stellt sichals Akademiker vor und schlägt vor, das Leibburschen- und Fuchsen-System auch bei der Agudoh einzurichten, so daß ein reiferer Mensch für 2—3 junge Menschen die Verantwortung! übernimmt. , Eröffnung der Debatte zu den eingelausenen Anträge n. Debatte betr. Ausbau der ״Blätter" siehe Köln Seite 2, München 2, Berlin 3 und 4, Breslau 4. Dr. Leo Kahn- Fulda beantragt, diese Anträge dem Vorstand als Material zu überweisen. Harry L e v y - Berlin protestiert gegen diesen Antrag, Macht auf die.große Wichtigkeit dieses Punktes aufmerksam. Direktor Lange schlägt vor, die finanzielle Frage zu diesem Punkte nicht mehr in der Debatte zu behandeln^ Abstimmung. Ergebnis: Schluß der Debatte über finanzielle Fragen. N eub er ge r-Frankfurt a. M. spricht aus der Frankfurter Praxis. Direktor Lange war bisher der offizielle Leiter der Redaktion. Die technischen Schwierigkeiten sind ungeheuer groß. Die Druckerei ist so Unzuverlässig, daß die Korrekturbogen oft drei- bis viermal gelesen werden müssen. Aber die Kosten sind bei dieser Druckerei viel geringer als bei irgendeiner anderen, so daß man'immer wieder bei ihr verblieb. Die Frankfurter Redaktion ist dauernd in Verlegenheit