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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 95

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 95 (sequence 97)
Language
German
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95 Auf dem letzten Delegiertentag wurde eine neue Behörde gsschaffen, ein Vorstand neben dem geschäftsführenden Ausschuß, aber die Kompetenzen der beiden sind noch nicht abge grenzt. Das muß heute geschehen. Ferner muß erklärt werden, welche Gruppen im Vorstande vertreten sind, und wie können sich Gruppen, die nicht vertreten sind, durchsetzen, an wen haben sie sich zu wenden, wenn der G.-A. sich weigert, ihre Wünsche durchzuführen. Diese Organisationsfragen finb rrt. E. die wichtigsten Pun>kte unserer heutigen Verhandlung. Ich bin darauf gekommen durch den letzten Delegiertentag, an den ich nun wieder anknüpfen möchte. Von seiner Zeit an beginnt die Periode des neuen Ausbaues und des Werdens, die Zeit der Aus״ breitung und Propaganda. Es wurde jetzt ganz anders und intensiver gearbeitet wie früher. Vor allem sind es die Gruppen Posen, Berlin, Köln und Fulda, die ich vor allen anderen nennen möchte, und die eine rührige Tätigkeit entfaltet haben. ׳Sie konnten vor allen Dingen dadurch auf einen Erfolg zurückblicken, weil man zu einem neuen Prinzip überging, dem Prinzip, sich nicht aus Einzelgvuppen zu beschränken, sondern die kleinen Gruppen in Bezirksgruppen zusammenzufassen. Das war ein vorzüglicher Gedanke, und so können wir heute auf 52 Gruppen schauen, während wir im November vorigen Jahres erst 16 zählten. Natürlich erfordert das ganz neue Anstrengungen. Gruppen zu gründen ist leicht, sie zu erhalten, schwer, unendlich schwer; denn was sollen wir ihnen bieten? Kurse zu veran statt en, ist an kleinen Orten sehr häufig unmöglich. Wir müssen ihnen Redner schicken, aber woher diese nehmen. Wir müssen also Sorge tragen, daß recht viele geeignete Kräfte sich uns zur Verfügung stellen, wobei ich bemerken möchte, daß ich persönlich der Ansicht bin, daß Einzelvorträge wenig Wert haben, daß vielmehr Zyklen von Vorträgen gehalten werden müssen, so daß mein Vorschlag dahin geht, nur solche Redner in erster Linie aufzufordern, die Zeit genug haben, die einzelnen Orte häufiger auszusuchen, und ihnen für eine gewisse Zeit einen Distrikt zuzuweisen. Es ist also Aufgabe der Organisation, sich einen solchen Rednerstamm zu schassen. Die Kosten für die Reisen muß natürlich jeder Bezirk selbst ausbringen. Nur im Notfälle kann die Organisation dafür eintreten. Meine Damen und Herren! Wie wir sehen, hat die Organisation seit dem letzten Delegiertentage einen bedeutenden Aufschwung genommen. Sprechen wir die Hoffnung aus, daß auch die'heutige Tagung uns einen neuen, weiteren Aufschwung gibt, und daß die Friedenszeit, die' wir hoffentlich bald bekommen, außerdem noch mitwirkt, der A.I.J.O. Zuwachs zu bringen und die Erfüllung ihrer Aufgaben zu ermöglichen, damit wir auf dem nächsten Delegiertentage schon aus ein Werk Hinblicken, Las uns alle mit Stolz und Freude erfüllt. ־ Die Debatte über den Tätigkeitsbericht wird eröffnet. Gerichtsassessor vr. Birnbaum-Berlin: Da die Stellung des 'Bundes Jüdischer Akademiker zur Agudas-Jisroel nicht ganz geklärt ist, will ich sie kurz erläutern. Die Stellung ist eine völlig gesonderte und muß auch eine solche sein, denn der B.I.A. nimmt offiziell zu keinerlei Organisation Stellung, weder zum Zionismus, noch zu den Neutralitätssragen, und daher auch nicht zur Agudas-Jisroel. Zu ,letzterer ist natürlich eine starke Sympathie vorhanden. Eine Trennung bez. der Zeitschrift -ist unbedingt erforderlich, und es hat sich für den B.J.A. als Unmöglichkeit erwiesen, sich irgendwie an den ״Blättern"

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