Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 94 (sequence 96)
- Language
- German
- Belongs to
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94 diesen Fällen doch verhindert wurde, so ist das Verdienst sicher sehr .häufig der A.I.J.O. zuzuschreiben. Natürlich waren es nicht Sendungen materieller Art, die das bewirkten, denn so unendliche Bedürfnisse kann keine Organisation befriedigen. Aber es ist doch sicher, daß durch die sogenannten Liebespakete auch das geistige Band geknüpft wurde; ׳hat doch sicher manch einer sich über schwere Stunden hinwegbringen können, in denen er gezwungen war, religiöse Satzungen zu übertreten, wenn er das Bewußtsein hatte, was Du tust, erkennen Deine Freunde in der Heimat auch als eine Zwangslage. Du bist aber denen, die Deiner so treu gedenken, schuldig, sobald der Zwang aushört, wieder so zu leben, wie sie es von Dir erwarten. Mehr als das bei den Liebesgaben materieller Art der Fall ist, war es natürlich bei den geistigen Liebesgaben den Injonei keduschoh, Taleissaus,- thesillin, hagodaus zu Pessach und ׳anderen Dingen, die wir ihnen ins Feld hinaussandten zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse- Endlich haben wir durch unsere Feldbriefe, durch unsere Blätter und durch andere Bücher genügend Anregungen gegeben, die unsere Brüder draußen an uns fesseln und für die gemeinsamen Aufgaben zu erhalten vermochten. Ich hoffe, es gibt nicht wieder eine Debatte übern die Feldbriefe. Es genüge Ihnen, daß wir Hunderte von Zuschriften zu-׳ stimmender Art erhalten haben, und ich möchte an dieser Stelle unserem Redakteur, Herrn Lehrer Ochsenmann, den herzlichsten Dank, für seine unermüdliche Tätigkeit aussprechen. Die Briese Helsen tatsächlich׳ einem dringenden Bedürfnis ab, und ob sie diesem oder jenem in der Heimat gefallen, ist ziemlich gleichgültig. Die Soldaten freuen sich mit ihnen, und wenn einmal der eine oder der andere nicht׳ angekommen ist, so erhalten wir alsbald ein Schreiben, in dem wir um Nachsendung gebeten werden. Die Blätter und ihre Ausgestaltung werden uns noch heute weiter beschäftigen müssen. Vorweg möchte ich aber eine Bemerkung machen, die geeignet, sein wird, die Debatte abzukürzen, nämlich die Mitteilung, daß die Kosten schon setzt bei einen Auflage von 4500 Stück — Minimum — 8000 Mk. betragen. Das ist der Fall Lei dem jetzigen Umfang. Bedenken Sie das, wenn Sie einen Antrag stellen, der ein größeres Format oder größeren Umfang verlangt. Der Gruppenverband in Halberstadt zahlt allerdings % den Kosten, aber immerhin bleibt noch eine erkleckliche Summe, die w i r ausbringen müssen, und wenn Sie bedenken, daß die Feldbriese im Jahr fast 3500 Mark kosten, und dabei die Der sandkosten noch in Betracht ziehen, so werden Sie es verstehen, daß wir, denen-die Ausbringung der Kosten obliegt, zunächst ein wenig zurückhaltend waren- Aber darüber haben wir schon berichtet. Nur eines möchte ich noch nachholen׳. Man kann es dem G.-V. nicht verübeln, wenn er bei seinem großen Zuschuß die Blätter auch mit Artikeln׳ gefüllt sehen will, die seinen Interessen dienen, bezw. seinen Leserkreis interessieren. Durch ein Mißverständnis sind leider in den letzten Nummern gute- Artikel aus den Kreisen des G.-V. ausgeblieben. Das Mißverständnis ist jetzt׳ behoben; aber bedenken sie, daß die Redaktion der Blätter zwei verschiedenen Interessen Rechnung trägen muß. Der G.-V. kann nun nicht einsehen, was wir behaupten, daß unsere Interessen weit mehr die des G.-V. sind, wie seine die unserigen. Es ist bedauerliche daß wir es sagen müssenaber es muß davon gesprochen werden, wenn wir jetzt der Frage der Blätter überhaupt näher treten wollen und in Erwägung ziehen müssen, ob nicht die Redaktion vielleicht nach Halberstadt verlegt werdensoll.