Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 83 (sequence 85)
- Language
- German
- Belongs to
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c> —- Gültigkeit. Lx Oriente lux. Die erste I u g e n d p sl ege o rga ni sat i o n entstand im Osten: in Breslau, ebenso wie die erste A. I. Jgd.-Gruppe und lehawdil der Blau-Weiß und der erste liberale Jugendverein dort gegründet wurden. Der Jeschurun-Gruppe in Breslau ist es gelungen, durch euergischste.und Zielbewußteste Arbeit der Thoratreue weiteste Kreise der Breslauer jüdischen Jugend zu erschließen. ׳ Ihr haben sich ferner weitere Je sch urun-Gr uppen in Oberschlesien und der Provinz, Posen angeschlossen. Die glücklichsten Erfolge und umfassenden Erfahrungen, die ihr eigen, werden unserer jungen Esra-Organisation auf das vorzüglichste zu helfen vermögen. Wir können es daher auf das Freudigste begrüßen, wenn hiermit die Ieschurun-Organisation uns das Anerbieten macht, sich der Esra-Organisation anzuschließen» soferne einige Vorbehalte, z. B. in bezug auf den Namen, ihre ^Erledigung finden. -Ich hoffe, daß der morgige Delegiertentag sich im Sinne der Breslauer entscheidet, so daß die Einheit in Kürze vollzogen werden Kann, wodurch der Esra in nicht allzu langer Zeit zur stärksten jüdischen Iugendpflegeorganisation heranwachsen würde. M. D. u. H.! Soweit meine Kenntnisse und Erfahrungen reichen, scheint mir mein Thema erschöpft, es bleibt mir daher nur noch, den Antrag unserer Berliner Ortsgruppen ibem Bundestag zwecks Annähme als Resolution vorzulegen. (Folgt Resolution.) M. D. u. H.l Gestatten Sie -mir noch ein kleines Wort. lieber weite einsame Kammhöhe zieht ein Mann seines Weges, sein einziger Begleiter wild peitschender Sturm, der ihm den Schnee ins Gesicht wirbelt, in seinen Kleidern sich fängt und ihn mit sich in gähnenden Abgrund zu reißen droht. Nur mühsam schreitet der Mann vorwärts, vom Wege der Stunden und Tage ermattet. Der Gedanke, der ihn aufrecht hält, ist der an die Heimat, die ihm jenseits der Berge winkt. 1 Schon sinken die Schatten des Abends herab, da trifft er eine Schutz- Hütte und tritt ein, macht Feuer, wärmt sich und verzehrt den Rest seiner Vorräte. Und wie er sich eben zu kurzer Rast ausstrecken will, da sicht er, daß draußen leise Flocke aus Flocke sich immer höher und höher!gelegt hat, schon die Tür sich kaum noch öffnen läßt. Nur ein Weniges und eine weiße Decke hätte Hütte und Mann versenkt. Da packt in neuem Aufloüern der Kraft der Mann Mantel und Stock, reißt die Tür auf: Lieber hinaus in den Kampf mit Nacht und Wetter, mit Sturm und Gefahr, als hier drinnen ohnmächtig, langsamem Tod des Erstickens erliegen. Ja, m. D. u. H.l Auch uns gilt der gleiche Ruf. Schon sind Wille und Gedanken fast erschlafft im weichen einschmeichelnden Bann der Assimilation. Die Augen auf, m. D. u. H., die Decke reicht beinahe schon zum Dach, und was uns in der warmen bequemen Hütte der Untätigkeit droht, ist der physische und geistige Tod der Gesamtheit, ist der moralische und seelische Untergang der einzelnen. Darum hinaus in den Kampf, aufnehmen alle Mühsale, die die Tatvon uns fordert, eintreten mit der Kraft, die unser Gott uns!gegeben, damit wir sie gebrauchen, lasaus r62auuau. Im Gedanken, daß auch uns sich einst die Tore einer Heimat öffnen werden. Reicher Beifall lohnt die trefflichen Ausführungen des Referenten. Nach 10 Minuten eröffnet der Vorsitzende, Max Cohen die Diskussion zum Referat Simonsohn.