Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 81 (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
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81 a) Thauro h lernen. Nun! beabsichtigt allerdings die Esraorganisation, dieses Tätigkeitsgebiet weiter den A. I. Jgd.-Gruppen zu überlassen-. Ich habe jedoch dagegen schwerwiegende Bedenken taktischer Art, wie solche praktischer Natur, da ich nicht!glaube, daß sich eine solche Arbeitsteil-ung, die den Kölner Verhältnissen! angepaßt ist, überall wird durchführen lassen.!Für uns kommt diese Prinzipiensrage im Augenblick jedoch nicht in• Betracht. Ebensowenig ist es Ort und• Zeit, Ihnen die Bedeutung des Thaurohl-ern-ens auseinanderzusetzen, oder die Art und Weise zu behandeln, wie es zu geschehen hat. Nur ist die Art der Darbietung selbstverständlich ausschlaggebend für den Erfolg. Nur mit Geschick wird der Avbeitsstoff in der notwendigen Ausdehnung gepflegt werden können, da doch die nicht thoratreuen Jugendvereine gerade Ausspannung für die mit Lernstoff angeblich so überlastete Jugend bieten wollen. Des ferneren kommen in Betracht für die Aelteren die Abhaltung von Vorträgen und, da ja möglichst die ganze freie Zeit absorbiert werden soll, die Erlernung der hebräischen und ev-entl. nach Wunsch auch fremder Sprachen. Für beide Altersklassen ist die Schaffung von Bibliotheken und Lesberatung höchst notwendig. Gerade letztere ist eine der wichtigsten Ausgaben der Jugendpflege, denn, wenn ich überdenke, wie unplanmäßig gelesen wird, und vor allem, was ich z. B. in jüngerem Alter alles Zusammengelesen habe, so nimmt es mich tatsächlich wunder, daß ich, um im Jargon des Christlichen Vereins junger Männer zu reden, ״nicht Schaden cm meiner Seele genommen habe". Der ästhetisch-literarischen Jugendpflege im jüdischen! Sinne wird man am besten in!kleinen Vorträgen für die ältere und Leseabende für beide Altersstufen! gerecht. Für kleinere Orte dürfte sich zweckmäßige Ergänzung in Wanderbibliotheken finden. Die ethische Erziehung wird sich! für die jüngeren im Prinzip aus die persönliche -Einwirkung und das Beispiel des Jugendpflegers und der Führer -erstrecken, sür die älteren! tritt jedoch die sexuelle Aus- Klärung als Ausgabe von tiefster Bedeutung hinzu. Auch hier zeigt sich wieder die schmerzliche Unfähigkeit so vieler Eltern für ihre Aufgaben in der Jugenderziehung. M. D. u. H.! Wir brauchen keine Aufklärungsschriften von Forell usw. Im Anschluß an Stellen der Heiligen Schrift wird sich sür den Berufenen unschwer die Möglichkeit sinden, in dieser Hinsicht schwere Gefahren• für Leib und Seele unserer Jugend mit Erfolg abzuwenden. Die Fürsorge für den Körper dürste wohl im wesentlichsten durch allwöchentliches Wandern neben!größeren Ferien-Ausflügen ihren Ausdruck finden; -und dies mit Recht. Ein jeder von ihnen, der Jugendwandern liebt, •wird dem Wort Goethes ein gewisses Maß von B-erechtigung nicht absprechen Können: Die frische Lust des freien Feldes ist der eigentliche Ort, wo wir hingehören, es ist, als obdort der Geist Gottes den Menschen unmittelbar!anwehte und eine göttliche Kraft ihren Einfluß! ausübte. Wenn ich sür die jüngeren etwa noch Handfertigkeitskurse und praktische Hebung des Gartenbaues vorschlage, so scheint mir dieses Thema, da Turnenwohl kaum in Betracht kommt, erschöpft. Ich gehe daher über zur ״Erziehung der Jugend zu Gliedern der Gemeinschaft". Die Einwirkung im Sinne eines jüdischen Idealismus geschieht am wertvollsten• durch Lernen