Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 77 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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77 Jugend nicht in genügendem Maße, die Kontinuität der Gesinnung-kann daher auch durch sie nicht ׳ganz erzielt werden. So erstrebenswert die jüdische Schule als solche auch sein muß, mag es sichnun um eine solche höherer oder niederer Art handeln, als ein das Ideal erreichendes Mittel der Jugendpflege kann sie nicht bezeichnet werden. Hier springt eine andere, eine Neuerscheinung ein, -die freie Erz i e hu n g s!g e m e i n s ch a ft. , Was heißt das nun? Was wir auch vorhin schon als der jüdischen Gesinnung innerhalb der Jugend verderblich bezeichnet haben, ihr unjüdischer Umgang muß paralysiert werden. Aus dem zufälligen unkrontrollievbaren Zusammensein ungleichartiger Elemente muß bewußte Zusammenfassung Zusammengehöriger herausgehoben werden. Nun -ergibt sich auch da wieder die Frage, ob d-evgestalte Tätigkeit in den Rahmen der A. I. fällt. Wenn die A. I. jedoch, wie wir glauben, die jetz-tzeiti-ge Ausdruckssorm des K'llall ist, dann gilt auch von ihr das Wort Fichtes: Dasjenige Volk, welches bis in die untersten Schichten die tiefste und vielseitigste Bildung besitzt, wird zugleich, das-glücklichste sein, beneidet von seinen Zeitgenossen, ein Ziel der Nachahmung für sie. Den Neid der Zeitgenossen brauchen. wir ja nun nicht gerade, aber eine, tiefe umfassende Bildung will heißen Kenntnis des jüdischen Wissensgutes der Jugend zu über- Mitteln, erscheint mir vornehmstes Ziel der A. I.: וכל בניך למורי הי ורב שלום בניך Anders ob die Durchführung auch eigenste Aufgabe der A. I. Jugendorganisation. Dafür erscheint mir -die Sachlage doch nicht zu sprechen. Zunächst einmal ist es wichtig im- Gegensatz zu Frl. Dr. Cora Berliner den Unterschied zwischen I u g e n d p f l e g e u n d I u g e n db e w e g u n g festzuleg-en. Jugendpflege ist eine F ü rs o r-g e b est r e b u n g und sucht ihr Ziel durch Erzi e h u n g der Jugend zu erreichen. Jugendbewegung ist eine Orga n i s a ti o ns b e st r e b u n g und sucht ihr Ziel durch Politisierung der Jugend zu erreichen. Es ist zunächst klar, daß der Teil der Jugend von 8--—12 Jahren!, der bereits Objekt der Jugendpflege ist, für die Politisierung noch nicht in Betracht kommt. Ich glaube jedoch auch entgegen den bisherigen Gepflogenheiten vor einer Politisierng der Jugend von 13—18 Jahren warnen zu müssen. Die Gründe hierfür später. Die A. I. Jugendorganisation fällt ihrem Wesen nach unter die Jugendbewegungen. Sie ist als Teil der A. I. eine jüdischpolitische Organisation. Die A. I.- ihrerseits ist nun, wie -oben gesagt, wohl die derzeitige Ausdruckssorm des K'llall wird jedoch, was dadurch zum Ausdruck gebracht wird, über die Stellung als eine Partei im Judentum nur durch unseren prinzipiellen!Standpunkt herausgehoben. Für den Betrachter aus der Vogelperspektive, der beobachtet und nicht wertet, ist die A. I. eine Partei neben anderen Parteien-, als wie falsch wir auch! sein Resultat finden. Die A. I. und ihre Mitglieder haben ihre Gesinnug durchzus-etzen gegen gegnerische Anschauungen, der einzelne wird d-aher sestgelegt aus das, was man! gemeinhin einen Parteistandpunkt nennt. Wenn -es nun Hoffnung und Wunsch der A. I. ist, möglichst -viel Führerp-ersönlichkeiten! ihr Eigen zu nennen, so muß sie vor einer Schädigung der Erziehung zu solchen aus der Hut sein-. Eine solche hat jedoch eine zu frühe Aufnahme in die