Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 75 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
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2. Wir müssen immer wieder daraus hinwirken, daß die Eltern ׳ mit uns Zusammengehen und Zusammenarbeiten, daß sie uns sowohl ideell unterstützen, indem auch sie sich sür die Verbreitung der Agudohidee einsetzen, als auch imfr sie uns materielle Förderung gewähren, ohne die wir zu arbeiten nicht in der Lage sind. 3. Unsere Organisation bleibe fern von dauernder Arbeitsgemeinschast mit Organisationen, die nicht aus dem Boden des Gesetzes stehen. Sie strebe danach ihre Ideale in ihrer ganzen Totalität zu erreichen, ohne auch nur um Haaresbreite von ihren Grundsätzen abzuweichen. Damit schließt, die Diskussion über das Referat des Herrn Cohen. Nach einer Pause von 1A Stunde beginnt Herr I. Simonso h n-Berlin sein Referat über Esra. Gsra-Grganisation. Irrgen-pflege. Fm Anschluß an das Referat, das ich in Berlin auf der Werbe- Versammlung für diesen Bundestag zu halten die Ehre hatte, entspann sich eine längere Diskussion über die Frage, ob die A. I. ״nur"-aus der Not der Zeit!geboren sei, oder aber darüber hinaus absolute Bedeutung besäße. Mir scheint diese Frage d!urch ein weniges — oder — ist es letzten Endes doch ein vieles? gelöst. Lassen wir das kleine Wörtchen ״nur" weg und sagen anstatt: die A. I. ist nur aus der Not der Zeit, ״die A. I. ist aus der Not der Zeit heraus entstanden. Bekennen wir: ״Die Not der Zeit ist unsere Not. Ihre Forderungen , ״sind auch uns F o r d e r u n g e n, ihre Belange unser Bedürfen. Wenn ich diese Ausüruckssorm wähle, so geschieht es nicht etwa aus Gründen rethorischer Art, sondern aus wohlüberlegten, aus der Vertiefung in das Wesen unserer Zeit geborenen. Denn, wenn ich von der Not der Zeit spreche, so fasse ich in diesem Begriffe all' die Zwangsformen zusammen, die das Leben unserer thoratreuen Fudenheit unwiderstrebbar zwingend gestalten. Die Forderungen der Zeit. Die Forderungen Kann man annehmen oder abweisen, wie man glaubt es Hallen zu müssen. Die Belange der Zeit jedoch zwingt uns nicht äußere Gewalt auf, aber die innere Wucht der Dinge läßt uns nicht anders handeln als in ihrem Zeichen. Wir vermögen wohl anders zu tun, wir haben die Möglichkeit uns vor dem Bedürfen die Augen zu verschließen, die Hände in den Schoß zu legen, aber wir können es nicht ohne Selüstaufgabe. Zu diesen Belangen der Zeit gehört die ״I u ge ndp f-l e g e". Gewiß besteht die Möglichkeit sie zu vernachlässigen — dies haben ן wir ja schon durch unsere bisherige Untätigkeit auf diesem Gebiet bewiesen, aber können wir denn von! diesem unserem Bundestage weggehen mit denselben leeren Händen, die zu füllen wir hierher gekommen sind? Wenn der Ruf nach Arbeit ertönt, hier in der Fugendpflege ist der Ort: die Rhodo8 hic salta! Was wir für uns als Resultat buchen müssen mit trauriger Scham: ״Die tiefe Assimiliertheit unseres Wesens, unseres Fuhlens und Handelns", in der jüngsten Fugend, den Schülern ist es noch nicht Resultat, ist es erst Vorgang. Wie wir, wie Generationen vor uns, werden unsere jüngeren Brüder in Schule und Leben ausgefüllt mit judentumsfremdem Geist.