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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 71 (sequence 73)
Language
German
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71 Gedankengänge auseinandersetzen: sie können' bei uns im Vorstand sein, sie haben ja kein Ideal, die Neutralen. Wenn ein Gesetzestreuer zu uns kommt, wenn er alle religiösen Pflichten hält, so kann er auch in den Vorstand gewählt werden, und er wird von der unjüdischen Neutralität bald abkommen. Zur Frage der Austrittsgemeinde: Wir können natürlich nicht scheiden zwischen unseren Mitgliedern an Orten, wo zwei Gemeinden bestehen. Jeder Ges etz es treue beider Gemeinden kann Mitglied und Vorstand werden. Herrn Adolf Hirsch möchte ich auf seinen Einwand, man solle lieber arbeiten als Bundestage abhalten, antworten: Natürlich kann man nicht das ganze Jahr Bundestage abhalten. Aber wenn wir einmal zusammenkommen zu einem Bundestag, dann soll er der inneren Propaganda dienen, unsere Mitglieder und Anhänger zusammensühren, Aussprache, Begeisterung schaffen. Hier an diesem Ort noch zu!sagen, daß die Tagung unnötig sei, geht über mein Verständnis. (Beifall.) Ich glaube, daß wir mit der Ermöglichung des Bundestags eine Tat getan, aus die nicht nur wir stolz sein können, sondern das gesamte gesetzestreue Judentum. (Lebhafter Beifall.) Nun einige Worte zur Zionistendebatte: 1. Eine Entscheidung, wie die große Organisation sich stellt, ist noch -nicht erfolgt. Aber wir in der Jugendorganisation müssen wissen, welche Wege w i r zu g e h e n, und wie wir unsere Jugend zu führen haben. Die Frage mußte angeschnitten werden. (Beifall.) Ich! kann mich nicht aus alles einlassen, was vorgebracht wurde. Ich weiß, daß gerade wir auf die Nationalkräfte zurückgveisen müßten, die wir gerade dieses Nationale so sehr vernachlässigt haben. Ich glaube, auch mißverstanden worden zu sein: Ich sagte: Eigentlich müßte es so sein, daß man noch nicht einmal Mitglied bei Organisationen sein kann, die nicht aus dem Standpunkt der Thora stehen. Wir sollen selbstverständlich alle, alle denen die Thora ein Ez-Chaim ist, zusammen vereinen, das ist die Hauptforderung der Agudo. Ein Wort möchte ich noch sagen: Wir gesetzestreuen jüdischen Jugendvereine in der A.J.I.O. in Deutschland und der Schweiz sollten nichts anderes wollen, als unsere Mitglieder zu begeisterten Juden zu erziehen. Ein Ziel nur sollten wir haben und alles andere rechts und links vernachlässigen. Und deswegen sollte keiner bei uns Führer sein, der Ideale hat, die nicht zu verbinden sind mit dem gesetzestreuen Judentum. Wir wollen national sein, wir heißen ja A.J., das heißt, daß Klall Iisroel die Agudo ausmachen soll, daß Klall Jisroel vereint werden soll in ein Ganzes. Ein Judentum soll unser Judentum' sein, das immer und überall fühlbar ist, nicht nur in Wort und Papier, nein, auch in Herz und Gedanke, in Wollen und Fühlen. Das ist national, aber wir können uns nicht dazu bekennen, dieses Nationale so zu sehen wie die anderen. Der Delegiertentag morgen wird Gelegenheit geben, sich noch darüber auseinanderZusetzen. Daher halte ich es für günstig, daß die Debatte heute abgebrochen wurde. Die Resultate meines Referates möchte ich in einigen Thesen zur Abstimmung oder Debatte stellen. Direktor Lange: Anfrage, ob spezielle Debatte darüber noch stattfinden soll oder unbedingte Annahme. Rufe: ״Nein". — Daraushin Verlegung der Debatte aus %4 Uhr. Schluß der Vormittagssitzung: %2 Uhr.

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