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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 70

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 70 (sequence 72)
Language
German
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70 einem jüdischen Mann eine Stelle verschaffen, in der er Sabbat halten kann, so ist Las viel wert. Ich möchte Zusammenfassend bemerken, daß wir Juden das Zusammengehen mit anderen ablehnen, weil alle andern, wenn sie konsequent sind, auf uns hinauslausen müssen. Vorsitzender Direktor Lange: Ich kann den Worten des Kollegen Klein, der aus die Gefahren des wahllosen Zusamenschlusses hinwies, nur beistimmen. Mit welcher Not wurde das Organisationsstatut für Preußen verhindert, und Württemberg und Baden ist durch dieses Statut soweit gekommen, daß ein gesetzestreues Leben sich gar nicht darin entwickeln kann. Deswegen sind wir auch nicht eingetreten in den allgemeinen Lehrerverband und haben uns Zusammengeschlossen zu dem ortodoxen Lehrerverband, obwohl große finanzielle Unterstützung von dort zu erwarten war. Hüten Sie sich daher vor wahllosem Kartellieren. Harry L eo i-Berlin: Ich bin gegen jedes Kartellieren, aber auch gegen jeden unnützen Kampf, und solange Kampf nicht ausgenötigt wird, lehnen wir ihn ab und!gehen lieber in unserer Arbeit nach innen zur Kenntnis der Thora. Der neutrale Jugendverband stelle für uns keine prinzipiellen Gegner, aber die Sache ist nicht einheitlich zu machen, darum bin ich der Ansicht, wir gehen unseren Weg gerade aufrecht auf unser Ziel los, und wenn es zum Kampfe kommt, dann sind wir bereit, ist Zusammenschluß möglich, dann wollen wir alle zusammen!gehen. Von unbedingtem Kartellieren׳ kann keine Rede sein. Else F ra e n k e l - München: Wir hören immer für und gegen den Zusammenschluß mit nicht orthodoxen Jugendvereinen. Es wäre vielleicht wichtiger einmal darüber zu hören, wie unsere Zusammenarbeit mit den gesetzestreuen Vereinen beschaffen sein soll. Wir haben da z. B. in München große Schwierigkeiten mit dem Mekor-Chaim, die bis jetzt noch nicht ganz gelüst sind. Ebenso ist die Stellung zum B.I.A. bei uns noch nicht entschieden. Während in Berlin eine Arbeitsgemeinschaft besteht. Vorsitzender Direktor Lange antwortet: Von uns aus wurden keine Schwierigkeiten ׳gemacht, niemals, sondern die Schwierigkeiten kamen immer von der anderen Seite. Wir haben immer den Kampf aller Art vermieden. Mit B.J.A. stehen wir im besten Einvernehmen. Simonsohn-Berlin: Für uns in Berlin stimme das, was Herr Direktor gesagt hat. Wir haben in Berlin alles zusammengesaßt. Erfreuliche Erfolge auf dem Gebietder Arbeitsgemeinschaft.waren die Folge. Dann habe ich noch eine erfreuliche Mitteilung zu machen. Ich bin von der Jefchurun-Organisation Breslau beauftragt, den Vorschlag zu einem Zusammenschluß zu machen. Max Cohen- Köln zum Schlußwort. Ich will mich zuerst mit den neutralen Gegnerschaften auseinandersetzen, um nachher mit wenigen Worten zu der Zionistenfvage Stellung zu nehmen. Es ist von Herrn Rosen gesagt worden, daß neutrale Iugendvereine notwendig seien, wäre schon durch die stattliche Zahl ihrer 40 000 Mitglieder bewiesen, und außerdem hätten sie viel geleistet für das׳ Judentum. Geleistet manches, das gebe ich zu, aber nicht für unser Judentum, sondern einfach für die Erziehung von Juden zu deutschen Staatsbürgern; wenn man das, und nur das leisten will, kann man sich aber nicht eine jüdische Organisation nennen. Es gibt allgemeine Jugendpflege-Organisationen genug; der neutrale Verband kann sich höchstens I u g e nd v e rb a nü v o n n e u t r a l e n Juden nennen. Wir׳ wollen uns mit diesen nicht ׳über ihre u. E. falschen

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