Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 69 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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69 Wort: Frl. Stein- und Herr Stein-Berlin, Mannheimer, v. der Walde, Rabb. Dr. Silberberg, Isak Rosenheim, Schneller. Rosen-Frankfurt: Gestatten Sie mir, auf die Ausführungen des Herrn Cohen zurückzugreifen. Diese jüdisch-neutralen Iugendverbände haben ihre Notwendigkeit gezeigt. Sie haben tatkräftig für das deutsche Judentum -gewirkt. Jeden Mittwoch wurden den Mitgliedern in den Vorträgen interessante Dinge geboten, die ihnen zeigten-, wie sie zu tüchtigen Menschen herangebildet w-erden können. Es muß uns daran liegen mit anderen Vereinen Zusammenzuarbeiten. Wir dürfen nicht von vornherein kommen und sagen, wir wollen uns mit jeder Org. herumschlagen. Zersplittern wir unsere Kräfte nicht, arbeiten wir mit denen zusammen, mit ü-enen wir irgendwie zusammenarbeiten können, dann werden wir etwas Großes zustande bringen. Bis jetzt wurde über den zionistischen Standpunkt gesprochen. Wir müssen nicht nur alle zionist. Mitglieder als vollwertig erachten, sondern überhaupt alle gesetzestreuen Juden. Nur wenn wir so arbeiten, wird unser Werk fruchtbar sein. Eisenberg-Straßburg: Im Laufe seiner Ausführungen hat Herr Max Cohen gesagt, daß die Assimilation zusammengebrochen sei. Das ist ein Umstand, den wir in unfern Iugendvereinen unserer Jugend nicht genug beibringen können. Das ist ein Beweis dafür, daß unsere Kultur eine Scheinkultur war. Wenn die ganze Welt aus Juden bestände, es wäre unmöglich, daß ein solcher Krieg entbrennen könnte. Herr Max Cohen hat unsere Stellung zu d-en anderen Jugendverbändsn präzisiert. -Er hat sich gewundert, daß andere Vereine mehr Mitglieder haben. Wie können wir dem steuern? Die A.J. kann nur Mitglieder bekommen aus anderen Lagern, wenn sie jüdisch-national arbeitet, wenn sie der Jugend auseinanüersetzt, daß wir jüdisch suhlen müssen. Ich muß bemerken, daß leider Gottes die Hauptorganisation dieses Moment vernachlässigt hat. Wären wir!gleich darauf gekommen, daß es notwendig ist, wir ständen heute ganz anders da. Lehrer Klein-Norden: Ich möchte auf einen Satz des Herrn Simonsohn bezugnehmen. Herr Simonsohn hat für den Zusammenschloß der Jugendvereine plädiert. Augenblicke könnten kommen, daß eine solche Bereinigung austreten könne und sagen, daß hinter ' uns alle Jugendorganisationen Deutschlands stehen. Das könnte für uns eine schwere Verantwortung werden. Das- Bestreben des Zusammenschlusses ist neu gegenüber den Iugendvereinen, alt bei anderen Organisationen. Zum Beispiel Rabbinerverband, Lehrervevband usw. Die Zusammenarbeit ist oft gesucht als Mittel zum Zweck. Ich spreche es daher aus: Es -könnte für uns der Augenblick kommen, in dem d-er Iugendverein austreten muß und sagen muß, wir stehen nicht hinter denen, die sich für die Gesamtvertretung ausgeben, wir sind evtl, gegen eine Gesetzgebung die alles unter ein Konsistorium bringt. Wir standen im Kampf!gegen das Organisationsgesetz in Preußen-. Es mar ein -Glück, daß wir nicht Zusammengeschlossen waren. Man bettelte damals um jede kleine Gemeinde um sagen zu können, hinter uns steht die ganze Provinz, aber, H. u. D., die Regierung sah, es gibt noch viele, die nicht hinter den: Gemeindeb-unü stehen. Ich warne daher vor Zusammenschluß. Adolf Hirsch-Frankfurt a. M.: Ich will in aller Schärfe den Standpunkt herausarbeiten, auf den die Diskussion hinausläust. Alls andere Bewegungen laufen -in unsere hinaus. Wir!sollen für uns arbeiten, aufs Land hinausgehen und die Juden gewinnen. Wenn wir