Mannheim
Compact Memory

Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 68

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 68 (sequence 70)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/6467833-8970266-8970284--0672-8963892
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

68 darauf aufmerksam, daß seine 6 Minuten abgelaufen sind, er will ihm weitere 5, ja 10 Mnuten Zeit lassen, wenn sich kein Widerspruch erhebt.) Erich F r o m m - Frankfurt fortfahrend: Meine Herren! Ich darf zum Vergleich heranziehen, wenn ich mich mit jemanden assossiere, der nicht auf thoratreuem Standpunkt steht, so steht dem nichts im Wege, weil das Geschäft nichts mit Thora zu tun hat. Dort will ich Palästina besiedeln, und das hat auch nichts mit Thora zu tun. (Zwischenrufe.) Die Regierungen haben uns versichert, daß wir Palästina bekommen werden, so ist die zionistische Arbeit rein praktisch politischer Art. Das Ziel der Zionisten Palästina für das jüdische Volk zu gewinnen. Weder die Orthodoxie noch andere haben es angestrebt, daß wir Massenansiedelungen bekommen. Ein Netz von Lügen über den Zionismus wird von Assimilanten und Ortodoxen! gesponnen. (Der Redner wird wegen dieses Ausdruckes zur Ordnung gerufen.) So viel falsche Vorstellungen existieren, daß man sich nicht darüber verständigen kann. Es ist eine Mizwoh, das heilige Land zu besiedeln. Entweder ist die Agudas-Iisroel eine Vereinigung aller oder eine separatistische Klique, die nicht das Recht hat, im Namen des Thora-Judentums zu sprechen. Ich muß Zustimmen, daß die Frage viel zu wichtig! ist, um innerhalb der Kompetenz der heutigen Versammlung erörtert zu werden. Aber man kann Zionisten nicht zumuten, hier mitzuarbeiten, wenn nicht Klarheit geschaffen wird über das, was wir sein wollen. Eine separatistische Vereinigung von Ortodoxen oder eine Vereinigung aller Juden die auf dem Standpunkt der Mizwaus stehen. Nicht eine Spaltung, wollen wir, sondern die Einheit, die Zugehörigkeit zur Thora wollen wir als Maßstab setzen, sonst nichts. Aus jeden Fall aber muß Klarheit geschaffen werden auf dem Delegiertentag. Direktor Lange: Die Debatte wird dem Antrag gemäß abgeschlossen. Simonsohn erhält das Wort zu einer persönlichen Bemerkung, verwahrt sich dagegen, sich einer Klique anschließen zu wollen!, das würde er niemals tun. 2. wurde ihm der Vorwurf -gemacht, daß er den Zionismus nicht kenne. Das sei ihm neu und ein Vergnügen zu hören, nur scheint ihm, daß der Vorredner den Zionismus noch viel weniger kenne. Direktor Lange: Das geht über die persönliche Bemerkung hinaus. ־ *■ Si m o nsoh n: Zum Schlüsse noch Empfehlung von jüdischen Büchern die über diese Frage aufklären können: Nathan Birnbaum ״Gottes Volk", Achad Haam, Acher, Buber, Klazkin. Es sei vor allein wichtig Büber kennen zu lernen, als Führer einer judenseindlichen Klique. Herr Fromm zu einer persönlichen Erwiderung:/ Er habe nicht vorgeworfen, daß Herr Simonsohn den Zionismus nicht kenne, sondern, daß er ihn jetzt nicht verstanden!. Lehrer Klein- Norden zur Geschäftsordnung: Er habe mit Mißfallen wahrgenommen, daß ein. Mißton in die Versammlung gekommen sei. Ein Junger habe begeistert und begeisternd gesprochen, und da sei vielleicht manches nicht mit vollem Takt ausgedrückt worden. Direktor Lange zur Geschäftsordnung: Fragt ob einer, der übrigen auf der Liste stehenden Redner noch das Wort zu ergreifen wünsche, nach Ausschluß der zionistischen Frage. Es verzichtet auf das

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.