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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 67 (sequence 69)
Language
German
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67 Knüpft sich eine Geschäftsordnungsdebatte an den Antrag an. Herr B a ch a r a ch ist für Schluß der Debatte, der aber nicht auszuführen sei ohne Anhörung der Rednerliste. Direktor Lange findet das richtig, da die Versammlung ja doch nicht kompetent ist, Beschluß zu fassen und aus der Debatte doch nichts Praktisches sich ergeben! könnte. Dr. Birnbaum - Berlin: Ich modifiziere den Antrag dahin, daß wir den Antrag Simonsohn nur insoweit annehmen, als er die zionistische Frage abschneidet. Andere Fragen sollen jetzt erörtert werden. 81116. jur. Lichtigfeld- Frankfurt: Meine Damen und Herren! So sehr ich mich der Ansicht anschließe, daß keine fruchtbare Resolution aus dieser Debatte hervorgehen kann, so meine ich doch, daß es einem Teil der Opposition erscheinen wird als wäre er vergewaltigt worden, wenn er nicht Gelegenheit bekommt, sich hier frei auszusprechen!. Ich glaube kaum, daß es möglich sein wird, die Debatte über den Zionismus in den Delegiertentag hineinzunehmen, das würde zu lange dauern. (Zwischenruf: Wir haben ja Anträge.) Aber fraglich, ob es Zeit sein wird, sie dort so ausführlich zu erörtern. Daher Antrag aus Schluß der Debatte mit Anhörung der Rednerliste. Direktor Lange: Bor der Abstimmung will ich noch feststellen, daß Schluß der Debatte von Anhängern der Zionisten angeregt worden ist. Inzwischen wird ein neuer Antrag gestellt, es soll von der Opposition und den anderen je!ein Redner aufgestellt werden, mit 5 Minuten Redezeit, die folgende Rednerliste aber gestrichen werden. Beiden Parteien wird 2 Minuten Bedenkzeit gegeben. Frau Breslauer- Kempen: Ich bin keine befähigte Rednerin, aber vom Vorstand ausgefordert worden, ein lebendiges Beispiel zu geben für die Frage, ob es möglich ist, daß ein Mitglied der zionistischen . Ortsgruppe Vorstand einer Agüdagrppe -sein könne. Ich spreche aus Erfahrung -einer kleinen Stadt. Wir haben in unserer Aguda Zionisten in den Vorstand gewählt um des lieben! Friedens willen. Eine solche Zionistin wurde Vorstand in einer neu gegründeten zionistischen Ortsgruppe, sodaß Gefahr bestand, die Zionisten würden bei uns die Majorität bekommen und mit der Zeit aus der Aguda einen! zionistischen Verein machen. Vor allen Dingen können solche Persönlichkeiten nicht ganz fest aus dem Boden! der Aguda stehen, wenn ihnen das zionistische Ideal genügen kann. Das ein Beispiel aus der praktischen Erfahrung. Erich Fromm- Frankfurt: Ich will von vornherein bekennen, daß ich Zionist bin. Ich bekenne, daß ich den Unterschied, der von Herrn Cohen gemacht wurde, zwischen Zionisten als Mitgliedern und Zionisten als Vorständen lächerlich finde. Jedes Mitglied muß so arbeiten, als sei es Vorstandsmitglied, aber!es muß Klarheit! darüber geschassen werden, ob die Agudo Mitglieder 2. Klasse schassen will. Um meinen prinzipiellen Standpunkt zu erklären, muß ich zurückgreisen aus die Frage, läßt sich Zionismus mit Thorajudentum und Agudo vereinen? Ich bejahe es. (Zwischenrufe!) Ich möchte eingehen daraus, wieviel Unkenntnis in diesen Fragen herrscht. Man hat hier von Buber und anderen gesprochen. Bekanntlich steht im Baseler Programm über- Haupt nichts von der Religion. (Zwischenruf.) Es ist ein Unterschied, ob man von Religion nicht-spricht, oder ob, man sie als Privatsache erklärt. Der Zionismus hat keine Theorien, wie Herr vr. Breuer sie auszuführen sucht. Wenn -ich Mitglied der zionistischen Organisation bin, so bin ich Mitglied einer Vereinigung, die bestrebt ist, Palästina dem jüdschen Volke zu erhalten!. (Der Vorsitzende macht Herrn Fromm

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