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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 64

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 64 (sequence 66)
Language
German
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64 kommen ist, und daß, nachdem diese Tatsache einmal nicht mehr geleugnet werden kann, auch die Schule nach Möglichkeit dafür sorgen muß, mit dieser Jugendbewegung Zusammen zu arbeiten, gerade so, wie sie auch mit dem Elternhaus zusammen zu arbeiten sich stets bemüht. Wenn wir diese drei Postulate in unseren Reihen erfüllt sehen werden, dann wird unsere Organisation sicher mächtig blühen und gedeihen, dann wird auch sie eine Riesenschwungkraft bekommen, dann wird es auch bei uns nicht mehr zahlende Mitglieder geben, nein, dann werden auch wir nur noch von ״Bewegern und Bewegten" sprechen können, dann wird tatsächlich der jüdische Gedanke, das jüdische Fühlen bei uns das Selbstverständliche sein, dann werden wir wirklich in die Lage versetzt werden, Vieles und Gutes zu leisten: Lehagdil Thauro nlehadiro! Wir wollen nicht die Thauro retten, das können wir nicht: aber das brauchen wir auch nicht. Die Thauro ist heilig und ewig; sie wird sich sicher durchsetzen, dafür brauchen wir keine Hand zu rühren. Aber was wir wollen, ist etwas ganz anderes: Wir w o l l e n unser e m Geschlecht d i e Thauro bewahren, wir wollen dafür sorgen, daß unsere Altersgenossen auch noch teilhaftig werden der herrlichen Schätze, der großartigen Ideen und wunderbaren Gedanken, die die Thauro birgt: wir wollen, uns bestreben, es unserem Geschlechts zu ermöglichen und möglichst' leicht zu machen, wahrhafte, treue Thauro- Juden zu werden. _ ■ Und wenn es tatsächlich leschem Schomajim ist, unser Beginnen, wenn unsere Arbeit und die Art unserer Tätigkeit wirklich so ist, daß wir mit ihr für die Verherrlichung der Thauro wirken können, dann wird der Allgütige uns seinen schützenden Arm leihen, dann wird er unser Werk segnen und fördern, auf daß wir allmählich wieder in die glückliche Lage versetzt werden, es wagen zu dürfen, den hehrsten Borbildern nachzustreben undnachzueifern, die uns bekannt sind, daß wir endlich wenigstens den schwachen Versuch unternehmen dürfen, nachzueifern Awrohom, Jizchok und Iaakauw, Soro, Riwko, Rochel und Lew! Unter stürmischem Beifall bei den einen, heftigstem Widerspruch bei den anderen verläßt der Redner die Tribüne. Nach einer Pause von 10 Minuten! eröffnet der Vorsitzende Direktor Dr1. Lang e.die Generaldebatte mit folgenden Worten: Die Ansichten, die Herr Cohen geäußert, geben nicht durchweg die Ansichten des Organisationsvorstandes wieder, sondern vielfach eigene; aberzum! großen Teil sind sie uns doch aus der Seele gesprochen. Ich möchte von vornherein die Versammlung bitten, daß jeder einzelne sich so knapp fassen möge, wie es geht. Man kann sehr viel in kurzer Zeit sagen. I. Simonsohn-Berlin wünscht das Wort zur Geschäftsführung. — Geschästsführungsdebatte 6 Minuten Sprechzeit.׳ Vorsitzender Direktor Lange stellt den Antrag, daß ein Gegenredner 10 Minuten Sprechzeit erhalten solle. Antrag angenommen. I. S i m o n s o h n - Berlin: Meine Damen und Herren, auch ich muß um Entschuldigung bitten, da ich eben erst von der Reise angekommen bin. Ich habe im allgemeinen d-en Ruf, ein Kampfredner zu sein. Aber ich bin mir bewußt, daß ich mich aas dem- Wundestag der A. I. befinde. Ich weiß, es sind auch in unserem Kreise Gegensätze taktischer Art vorhanden, die ausgeglichen werden sollen.

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