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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 65 (sequence 67)
Language
German
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05 Ich glaube aber nicht, daß diese Ausgabe unbedingt durch Reden wie die des Herrn Cohen gelöst wird. Er bat um Entschuldigung, um die Nachsicht, die die Jugend für sich in Anspruch nehmen muß, wenn sie einmal über die Hutschnur schlägt. Herr Cohen hat nicht über die Hutschnur!geschlagen, 'er hat uns vor den Kops gestoßen. Wenn ich an ein Problem wie das der Jugend-. bewegung herangehe, so weiß .ich, daß es i n den Bewegungen des G e s a m t judentums steht. Von der Mittelpartei können wir mit Recht schweigen. Das liberale Judentum wird repräsentiert von den Jugendvereinen. Der neutrale Jugendverband hat den Indifferentismus zum Prinzip erhoben. Nicht, wie Herr Cohen meint, daß heute ein Vortrag über das, morgen über jenes gehalten wird, ist ein Fehler, sondern daß die Stellungslosigkeit zum Prinzip erhoben werden kann. Ich bin Nationaljude aber Antizionist, weil ich Nationaljude bin. Ich bin Nationaljuüe, weil ich weiß, daß die Geschichte und die Thora das lehrt, und deswegen Nichtzionist, weil ich weiß, daß das Wesen einer Nation auf ihrer Kultur beruht, und das ist in diesem Falle die Thora, und wer sie nicht anerkennt, der ist gegen mich und gegen den trete ich aus. Ich achte und bekämpfe zugleich eine Stellung, wie sie die Rundschau einnimmt. Das für meine persönliche Stellung. Nun aber anderes-So sehr ich auch den Zionismus bekämpfe, weiß ich doch, daß eine große Anzähl von Jehudim, Rabbonim, die voll der Thora sind, glauben, daß der Zionismus etwas zu leisten hat, und wie kann man diese ausweisen aus der Aguüo. Es handelt sich nicht um junge Leute, nicht um zwanzig oder dreißig oder meinetwegen hundert ungefähr, die gerade Zionisten sind, es handelt sich darum, daß wir leine Trennung machen zwischen thoratreu und Thoratreuen. Prinzip des Zionismus ist es, daß die Religion Privatsache sei. Das ist das Verächtlichste für einen Juden. Aber wir haben so vieles vom Zionismus gelernt, erst jetzt, da wir die Esra-Idee ausgenommen haben vom Blau-Weiß. Warum nehmen wir es nicht auch als Grundsatz der Aguda aus, daß der Zionismus darin Privatsache sei. Und dann von den Vorstandsmitgliedern: Sollen wir uns so erniedrigen, daß wir thoratveuen Juden zu Parias machen? Daß das Verständnis für eigene Sitten und unsere Würde in Verlust gerate. Dritte Frage war die Verständigungsgemeinschaft: Ich weiß nicht, ob sie so kurz von der Hand zu weisen ist. Es ist ein falsch gewählter Name. Mit Liberalen, Zionisten, sog. Nationaljuden, mit denen wir uns eigentlich nicht verständigen können. Aber wir werden die Hand nicht abweisen können, wir werden manchmal den andern die Hand doch reichen müssen, wir werden sie nicht immer abweisen können, wir wollen das dem Vorstand der A. I. überlassen. Ich glaube, daß Gegner und Freunde sich darüber einigen werden. Ich habe damit das gesagt, was ich sagen wollte. Ich werde über Verschiedenes nicht gesprochen haben, aber das Wesentlichste ist: Wir wollen alle gleich sein, wer hineingehört, der hat auch das gleiche Recht wie die anderen, dafür stehen wir. Vorsitzender Direktor Lange: Die Frage ist einmal angeschnitten, ich möchte mit wenigen Worten antworten. Ich denke nicht daran, irgendeinem Juden, der aus dem Standpunkt der Thora steht, die Mitglied!schaft abzusprechen. Ich denke nicht daran, einen Gdaulö- Thora zu einem Paria zu machen. Ich beuge mich vor ihm, aber ich möchte folgendes sagen: Ist es nicht die Pflicht eines jeden ernsten Menschen, für seine Ueberzeugung zu Kämpfen? Jeder, der von einer Idee durchdrungen ist, muß sehen, dafür Anhänger zu gewinnen. Und

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