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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 59

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 59 (sequence 61)
Language
German
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59 weite urob seinem ganzen großen Inhalt nach all unseren Kreisen einpauken und eintrichtern müssen, aus daß es niemals mehr geschehen kann, daß selbst durchaus guten Jehudim das Bewußtsein verloren geht, daß sie Glieder eines Volkes, einer Nation sind, daß sie eben׳ Glieder des jüdischen Volkes sind. Und damit bin ich schon zu der zweiten Organisation dieser Gruppe, zu unserer Agudas-Jisroel-Jugendorganisation gekommen. Unsere Jugendorganisation, das wissen wir alle, ist nur ein Tochterverband der weltumfassenden Agudas-Iisroel. Und da ist es klar, daß auch unsere Jugendorganisation dieselben Ziele verfolgt, denselben Idealen nachjagt, die die Hauptorganisation für die ihren hält. Aber, meine verehrten Anwesenden, es müßte bod) einmal untersucht werden, ob wir denn nicht neben der Verfolgung dieser Ideale noch andere wichtige Aufgaben zu erfüllen haben!. Für uns Jugendliche handelt es sich vor allen Dingen doch darum, gute Jehudim zu werden, und dadurch den selbstverständlichen inneren Drang zu haben, alle die Aufgaben zu erfüllen, die der großen Agudas- Iisroel vorschweben. Da handelt es sich ja schließlich auch nicht um irgendwelche Aufgaben, sondern da stehen vor allen Dingen echt jüdische Forderungen in Frage, die jeder wahrhaft jüdisch denkende und jüdisch fühlende Mensch für Forderungen ansehen muß, die auch an ihn selbst!gerichtet sind. Aber — und das ist das Wichtige bei unserer Jugendorganisation — wir müssen doch meines Erachtens vor allen Dingen dafür sorgen, daß unsere Jugend׳ einmal zuerst jüdisch denken und jüdisch fühlen lernt, daß sie erst einmal weiß, was Jüdischkeit heißt, und wie Judentum aussieht, und was es verlangt. ״Ein amhoorez chossid" ist ein allbekannter jüdischer Grundsatz, den auch wir uns vielmehr ins Gedächtnis zurückrufen und beherzigen sollten. Das ist unsere erste und hehrste Aufgabe, daß wir unseren jugendlichen Mitgliedern die Kenntnis vermitteln und das Wissen vertiefen von Tauroh und den rabbinischen Schriften. Nur dadurch wird es uns möglich sein/ ein Geschlecht heranzuziehen, das wirklich die Ideale, die die Agudas-Jisroel sich gesetzt hat, und die schließlich doch nichts anderes als alte echt-jüdische Ideale sind׳, daß die Jugend wirklich diese Ideale in ihrem Herzen trägt, daß die Erfüllung dieser Forderungen für sie Selbstverständlichkeit wird׳, daß die Befolgung der Ge- und Verbote, die die Thauro gegeben hat» daß sie die Befolgung nicht wie eine Last ansieht, daß die Thauro für sie nicht ein Joch ist, sondern daß sie endlich einmal wieder dazu kommt, die Thauro als das auszusassen, als was sie echt jüdischer Sinn nur verstehen kann: Als Geschenk vom ewigen Gott, auf das wir stolz sein müssen und׳ stolz sein können, als Geschenk, mit dem wir uns kindlich freuen, und das wir als unser höchstes, bestes Kleinod ansehen: und daß wir endlich einmal wieder dazu kommen, die Mizwaus gerne zu erfüllen mit begeistertem Herzen, und uns nicht traurigen Erwägungen hinzugeben, wenn wir für unsere Emunoh Opfer bringen, wenn uns das Leben als Jehudim schwer wird, und wir allüberall genau daraus achten müssen, daß wir weder nach rechts noch nach links vom Derech Hajoschor abweichen. Soweit wollen und müssen wir es bei unserer Jugend bringen, daß sie wieder so jüdisch denkt/ und׳ daß sie wieder so jüdisch fühlt, aus daß es ihr möglid) ist, mit begeistertem Herzen als Jehudim zu leben, und daß sie das ganze Leben selbstiverständlich wieder unter dem Gesichtswinkel der Thauro sieht: mit anderen Worten, daß eben, wie ich vorhin schon betont habe, die Thauro end-

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