Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 58 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
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58 sie u:m Gottes willen nicht an allem vorbei, so das; sie überall etwas schlecken soll, und in Wirklichkeit gar nichts bekommt.- Und auch dieser Verband gehört gar nicht zur Jugendbewegung. Auch er ist gegründet und wird! gehalten von großen Verbänden, von der Großlöge U.O.B.B., vom Verband der deutschen Juden, vom D.J.G.B., von Verbänden, die eben in diesen Jugendvereinen sich einen Nachwuchs sichern wollen, der genau in dieselben Fußstapfen eintritt, in denen sie heute wandeln. Mit anderen Worten, es wird von diesen Verbänden versucht, auch weiter noch Tausende von Juden indifferent zu erhalten, so in die Welt und ins Leben hinauszuschicken, daß sie, wie bisher, ohne jedes Interesse für alles echt Jüdische bleiben. Und nun Komme ich Zur zweiten Hauptgruppe, zu der Gruppe, die tatsächlich der Jugendbewegung angehört, zu den positiven Jugendorganisationen. Und da zuerst die zionistisch-national-jüdische. Hier haben wir es tatsächlich mit einer idealen Bewegung zu tun. Hier ist ein Ideal der Jugend gegeben, für das sie streben kann, für das sie lebt, für das sie bereit ist, alles hinzugeben, was sie hat. Eine wirkliche, blühende, glühende Bewegung. Hier will die Jugend eben das Ideal, was in den Elternkreisen schon Ideal ist, auch selbst, nur mit größerer Wärme und Verve, wie sie eben der Jugend zu Gebote steht, hier will die Jugend auch bereits für dieses Ideal eintreten, und will dafür sorgen, daß der Nachwuchs für die zionistische Organisation immer größer und größer und besser und besser werde. Neben einer glänzenden Organisation ist es eben das wahre Ideal, ein Ideal, das dem jüdischen Gedankenkomplex entnommen ist, was der Bewegung die ungeheure Schwungkraft, das kolossale Leben verliehen hat. Ich will jetzt nicht mit Zionisten rechten, will mich jetzt nicht darüber auslassen, warum wir von meinem Standpunkt aus als echte Jehudim niemals Zionisten werden können.!Sie wissen, daß wir den Zionismus für unjüdisch halten, ihn schon deshalb für unjüdisch halten, weil die Tauroh nicht den Platz! einnimmt, der ihr selbstverständlich in jeder jüdischen Bewegung gebührt. Ich! werde gleich noch Gelegenheit haben, zu sprechen über unsere Stellung zu den Zionisten und vor allen Dingen über unsere Stellung zu ge setze streuen Zionisten. Jetzt möchte ich nur mit einem Wort noch aus den Zionismus zu sprechen kommen: Pessach ist unser größtes Nationalsest, ist das Fest, an dem uns die nationale Selbständigkeit verliehen wurde, an dem unsere Vorfahren Volk wurden. Und am zweiten Sederabend sangen wir an zu omerst, und wir zählen hin zu Schowuaus, dem Fest, das uns erinnert an die Gesetzgebung, das uns ins Gedächtnis zurückruft den Empfang der Tauroh. Wir sollen uns Pessach freuen, über die nationale Erhebung, wir sollen national sein und national denken und fühlen. Aber darin allein, in dem Nationalen, erschöpft sich das Judentum keineswegs. Nein, wir sangen gleich an zu omern, lassen uns nicht zu sehr hingehen in nationaler Begeisterung.. Wir fangen gleich an zu omern und dokumentieren damit, daß es bei uns keinen Nationalismus ohne Lauroh gibt, daß diese beiden Dinge untrennbar bei uns'verbunden und verkoppelt sind. Wir sind Träger des Gesetzes und sind gleichzeitig — natürlich — nationale Juden. Wie wäre es möglich, ein wahr- Hafter Träger der Tauroh und gleichzeitig kein nationaler Jude zu sein! Wir wollen und müssen endlich einmal in unseren Kreisen es verbreiten, daß wir eine Gesetzes-Nation sind, gleichzeitig Träger beider Bestandteile. Dieser Begriff ist es, den wir in seiner ganzen Trag-