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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 54

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 54 (sequence 56)
Language
German
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64 Ros e n- Frankfurt: Die Frage des jüdischen Handwerks ist bisher zu wenig zur Sprache gekommen, obwohl sie von größter Wichtigkeit ist. In der Türkei, Amerika, Oesterreich gibt es viel mehr jüdische Handwerker. In Deutschland muß das angestrebt werden durch Handwerkerschulen im jüdischen Sinne. Die A.J. muß da mit den Schomre Schabbos - Vereinen Zusammenarbeiten und zwar großzügiger wie bisher. Auch mit Bergwerken verhandeln und industriellen Unternehmungen, wo durch Schichtarbeit Sabbatruhe zu ermöglichen ist. — Was den Zionismus betrifft, so wollen wir nicht immer mit den Zionisten streiten, sondern wo es geht, mit ihnen zusammenarbeiten. — — Die Frage der Rangordnung, die von I. Rosenheim aufgeworfen wurde, läßt sich heute nicht durchführen. — Gegen Antisemitismus nach dem Kriege muß ein festerer Zusammenschluß nach innen angestrebt werden. Direktor Carlebach: Wir dürfen nicht die Scheidung machen zwischen den Fragen, welche die Jugend und welche das Alter angehen. Auch für die Jugend sind alle Fragen wichtig, welchedas Judentum berühren. Man muß die Lern frage als die Wichtigste herausgreifen, hier liegt des Pudels Kern, je mehr gelernt wird, desto stärker wird die Orthodoxie. Notwendigkeit ist der Jeschirvos-Besuch. Das ist jetzt unmöglich. Dabei ruft unsere Jugend-, ״gebt uns Thauroh," aber wie? Solange!die jetzigen Schulverhältnisse in Deutschland andauernd, haben wir gute, brave, jüdische Menschen, aber nicht wissende jüdische Persönlichkeiten. Die bisherigen Schulen in Frankfurt usw. sind nicht jüdische Schulen, sondern Schulen, wie sie die Regierung fordert., Mit zwölf Wochenstunden jüdischen Unterrichts erziehen wir keinen einzigen jüdischen Lamdon. Daher ist ein wirklich jüdisches Schulwesen notwendig. Die ersten Jahre müssen ausschließliche der Thaur-oh gewidmet sein. Daß sich von einem am jüdischen Schrifttum geschärften Kops der übrige Lehrstoff rasch und gründlich nachholen läßt, dafür gibt es Beweise!genug. Wir müssen Verbindung mit dem Ostjudentum suchen, wir müssen den Lheder in umgestalteter Weise nach Deutschland übertragen und die Regierung um Anerkennung eines solchen Schulwerks angehen. Wir müssen aber auch Wanderpropagisten nach Polen senden, um dorthin etwas vön unserer Bildung zu tragen. Kurt Schneller-Breslau: Direktor Carlebach hat es gewagt, das Wort auszusprechen, das uns allen im Sinne lag: wir müssen die Grundlagen neu gestalten, um ein wirklich jüdisches Leben zu erzielen, das den Einflüssen von außen nicht so offen steht. Das war bisher in Polen der Fall. Aber auch in Polen! ist der jüdische Geist im Niedergang durch die Strömung der Zeit. Beispiele der -Sabbatentweihung sind dort auch nicht -selten, Polen hat noch Talmide Chachomim und Thauroh, aber ihre Lage wird immer trostloser. Sie müssen für unsere Schulen in Deutschland gewonnen werden, andererseits müssen wir dort für die Erhaltung des jüdischen Geistes arbeiten. Wir müssen Wanderredner aussenden, -die begeistern können, Agudas- Jisroel-Jugendgruppen ins Leben rufen, und sie mit dem Geiste erfüllen, der ein Agudomitglied erfüllen soll. So können wir die Einheit schassen, aus diesem Wege Kann die Agudas einst ein Weltbund werden.-- Schluß 7 Uhr.

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