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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 53 (sequence 55)
Language
German
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—י 53 Soschitzky - Eschwege: Jur Frage der Landwirtschaft: Bedeutung. Die Landwirtschaft ist in unserem jüdischen Gesetz und in der Geschichte des heiligen Landes von größter Bedeutung. Ein Grund des religiösen Verfalls liegt darin, daß wir zum Kaufmännischen Beruf gezwungen waren; daher ist Rückkehr zur Landwirtschaft geboten. Es müssen landwirtschaftliche Schulen geschaffen werden, die religiös geleitet sind. Die P«lästinaarbeit muß!darnach streben!, Land anzukaufen, einen jüdischen Bauernstand zu schaffen und jüdische Handwerker heranzubilden. Das wäre bie Gesundung für unser religiöses Volkstum. Josef Ca rl eba ch - Köln: Anfrage wegen Einrichtung der Jeschiwaus. Vamberger-Würzburg: Es sind so viele Fragen hier angeschnitten worden, die für unsere Jugendarbeit kein Interesse haben. Wir müssen hier positive Arbeit leisten, wir müssen uns über unsere Arbeitsziele klar werden. Da ist die Frage des Lernens als die wichtigste und brennendste zu erledigen. Dann möchte ich noch eine Frage stellen: Wo wir die Grenze ziehen sollen bei der Aufnahme unserer Mitglieder. So viel nahe liegende brennende Fragen sind in den Referaten nicht zur Klärung gekommen. Frl. Lippstadt: Ich möchte Bezug nehmen auf die Worte'von Frl. Stein. Die Gruppenarbeit auf dem Lande hat sicher zu wünschen übrig gelassen. Daran ist der Krieg schuld. Aber wir haben es doch bisher immer für unsere Pflicht angesehen, dort, wo wir arbeiten, nicht nur zu!gründen, sondern auch das Leben weiter zu führen. Es sind Schiurim eingerichtet worden, Lehrer haben sich dafür zur Verfügung gestellt, und auch für Mädchenunterricht ist gesorgt. Ich b!ekam einer! Brief, der mich beaustragt. Ihnen die Grüße der Gruppe Scheveningen zu übermitteln, die mit größtem Interesse dem Bericht über den Bundestag entgegensieht. Eisenberg-Straßburg: Ich möchte zu der Aeußerung von Frl. Ehrentreu Stellung nehmen. Ich glaube, wir brauchen Apologetik, wir müssen der Jugend beweisen, daß sie sich auf die Wissenschaft nicht verlassen kann, daß diese ihre Ansichten von heute auf morgen ändert, daß nur die Thauroh maßgeb!end ist. , Direktor Lange: Jch will die Frage der Apologetik so geklärt wissen, daß Apologetik nicht ein besonderes Unterrichtsfach der Jugendgruppen bildet, sondern beim Lernen, bei den einschlägigen Stellen von! Lehrer die Gelegenheit ergriffen wird, auf die Haltlosigkeit vieler. wissenschaftlicher Theorien einzugehen. Dann kommt es von selbst, daß die Jugend nicht blindlings an die Unfehlbarkeit der sogenannten Wissenschaft glaubt. Mareell Rosendaum-Frankfurt: Woher kommt es, daß wir jetzt Apologetik treiben wollen? Weil wir nicht mehr so ganz in der Thauroh wurzeln.-Dann möchte ich noch unsere Führer fragen, was sie einem jungen Mann raten würden, der heute ansangen wollte, zu lernen.- Lehrer E h r e n re i ch: Ich will für die Propaganda eintreten. Frl. Lippstadt bietet mir den Beweis, daß man aus dem Lande nur mit Propaganda durchdringt, man muß die Leute auf-rütteln und muß sich dazu an die Lehrer wenden, auch wenn manche Kollegen nicht mit der Aguda übereinstimmen.

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