Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 50 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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50 selligkeit erziehen. Der jüdische Lehrer gehört nicht sich, sondern der Gesamtheit, man darf nicht an die eigene Bequemlichkeit denken. Es wird oft der Einwand gemacht, das sei nicht überall möglich, Gruppen zu!gründen, sei leicht, aber sie zu erhalten, sei schwer. Aber man darf nie aushören Zu!Kämpfen, dann wird die Saat schon ausgehen. Die Momente, die uns zur Gründung von Jugendgruppen׳ führen sollen, sind: Begeisterung und Pflichttreue. Begeisterung an Stelle des Weltschmerzes Zu setzen, ist das Recht unserer Jugend, das Pflichtgefühl muß vertieft werden. Das sind wir dem Andenken unserer jungen Heimgegangenen Freunde schuldig, die uns ihr Lebenswerk hinterlassen haben. Jsch kemadnas jodau . . . ׳ Rabbiner B l um-Pieschen: Wir müssen für unsere heimkehrenden Krieger sorgen, daß sie ihren Schabbos zu halten imstande sind. In Großgemeinden wird das schwierig sein, in Kleingemeinden ist das ׳leichter, deshalb müssen mir Sorge tragen, daß diese erhalten bleiben und die Landflucht bekämpfen. Es wird beschlossen, die Redezeit auf 5 Minuten zu beschränken. Harry Levy-Berlin: Wir müssen tolerant sein, auch gegen die, welche intolerant sind. Max L e v i s o h n - Würzburg: Ein Zusammenarbeiten mit den Zionisten ist für absehbare Zeit unmöglich. Lehrer Mannheimer -Dettelbach: ״׳Ich wohne unter meinem Volke", als Lehrer, habe Fühlung mit den Massen, dadurch Einblick in die Lage, muß Wasser in den Wein der Begeisterung gießen; es ist alles nur mit Mühe zu erreichen. Die Lehrer haben als die Pioniere die Hauptarbeit in den Landgrüppen zu leisten: das Lernen ist nicht so leicht durchzusetzen. Wir müssen Ortsgruppen errichten, Bezirksgruppen zusammenschließen, die Herren Rabbiner müssen mithelfen, Prüfungen abhalten usw. Samuel Munk- Berlin: Wir brauchen keine Propaganda, die Thora arbeitet sich selbst durch. Wir brauchen, keine Angst vor dem Zionismus zu haben, denn unser Geist ist die Wahrheit und die bleibt bewiesen, daher ist es falsch, den Zionismus zu bekämpfen, wir ^sind der Superlativ. Lernen sollen nicht die Lehrer, sondern die Schüler., E is enberg-Straßburg: Debatte über Zionismus soll unterbleiben, uns kommt das nicht zu,!sondern der Hauptorganisation, oder dein Delegiertentag. — 2. Herrn Klibanski muß ich erwidern: Wir waren national, ehe es einen Zionismus gegeben. Die Aguda muß national sein, sie wird es sein oder sie wird überhaupt nicht sein. Ist Kahn-Berlin: Ich möchte eine aufklärende Bemerkung machen: Es wird keine Debatte über Zionismus und Nationaljudentum gewünscht, sondern wir sind national, das braucht nicht bewiesen zu werden, aber es ist ein fundamentaler Unterschied zwischen uns und dem Zionismus. Der Kamps über das wirkliche nationale Element wird unser Endkampf mit dem Zionismus sein. Direktor Man d elb äum - Würzburg-: Herr Rosenheim hat das Lernen betont, es scheint auch Begeisterung dafür vorhanden. Aber dazu gehören Lehrer. Die Lehrer erstreben auch das Agudoziel, aber damit sie freudig dafür arbeiten können, müssen sie sozial würdig gestellt sein, wenn die jetzige Lage der Lehrer nach dem Krie!ge anhält, wird die Flucht der Lehrer in andere Berufe hinein anhalten. Max Cohen: Ich bedauere, daß heute so viel gesagt wird, was mit einem Jugendtag nichts zu tun hat, nicht die Berussstände sollen