Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 49 (sequence 51)
- Language
- German
- Belongs to
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49 lismus, das wurde hier schon gesagt, ist im Zerfall; denn jeder junge liberale Jude, wenn er ehrlich gegen -sich selbst ist, kommt entweder zum Zionismus, oder er assimiliert sich bewußt dem Germanentume. — Der Zionismus ist heute unsere einzige Gefahr. Seine Gedanken leuchten ja uns Orthodoxen ganz besonders leicht ein. D e m können wir begegnen, wenn wir uns nicht durch das Wort Nationalsude schrecken lassen, wenn es uns kein rotes Tuch bedeutet. Verbreiten wir doch die Gedanken, die Gedanken, die Rabbiner Dr. Wohlgemut im Jesch-urun aussührte, unter unserer Agudojugend. Mer bewußt, offen und ehrlich! damit es nicht aussieht, als ob wir unser Mäntelchen immer nach dem Winde drehten. Einen Anfang haben wir ja in der Tat schon gemacht, dadurch-, daß wir in unseren Blättern in der letzten Zeit so oft immer wieder das Bekenntnis zum Nationaljudentum geleistet haben. Der Zionismus, geben wir es doch zu, hat etwas geleistet, vielleicht zu -viel igeleistet. Un-ferm heiligen Lande drohen heute furchtbare Gefahren. Zun: Spielball in den Händen der Politiker ist es geworden-. Wir haben weniger geleistet. Man macht es uns zum Vorwurf. Heute beginnen wir zuarbeiten. Wir müssen immer wieder daraus Hinweisen, daß wir national sind, nicht wie Dr. I. Breuer in seinem Jude nprobl ein -es getan hat, der gerad-ezu ein Verbrechen beging, wenn er die Wunde aufriß, tiefer bohrte und dann offen ließ, ohne, ein Heilmittel zu weisen. Freuen wir uns vielmehr, daß unserer Fugend in Dr. Wohlgemut ein Mann besteht, dessen- Ideen in weitestem Maße die unseren sind und sein müssen. Ich hoffe, daß aus dem Kreise der Teilnehmer meine Ausführungen noch erweitert und verstärkt werden, damit die jüdische Welt es sieht, wie wir junge Agudisten uns in Wirklichkeit zum nationalen Gedanken stellen. Direktor Dr. Lange: Ich habe den Vorredner nicht unterbrechen wollen, möchte ihn aber nachträglich zur Ordnung rufen wegen -des Ausdrucks: ״verbrecherischer Weise", den er gegen einen Abwesenden gebraucht hat, der doch schon -so viel für die Judenheit geleistet. Wir müssen die Ue-berzeugung eines jeden hochachten undes ist keinem Menschen erlaubt, einen derartigen Ausdruck gegen einen Mann zu gebrauchen, der nur seiner Ueberzeugung gemäß handelt, auch wenn wir seine Ueberzeugung nicht teilen. Am wenigsten aber kommt das einem jungen Mann zu, der erst etwas leisten will, gegenüber -einem Mann, der schon so viel geleistet hat. Hanna Lippstadt-Fulda: Herr Dr. Kahn hat vom Weltschmerz im Judentum gesprochen. Das Judentumkennt nur Idealismus und Optimismus. -Für Pessimismus- Hat es nie -Räum. (Die Rednerin belegt das mit einer Reihe von Zitaten aus den Psalmen, dieimmer in hoffnungsfroher Stimmung ausklin-gen. Zuruf 88. Psalm.) Es soll ein jüdisches Geschichtswerk geschaffen werden, das muß aber aus der Lehrer-weit geschehen. Eine Fülle von latenten Kräften kann mobil gemacht werden. Das muß aber von innen heraus geschehen, erst muß die Jugend gewonnen werden. Daß das möglichist, beweist das Beispiel von Fulda. Der Boden war hart, aber die Arbeit glückte. Inganz Hessen ist die Jü-gend jetzt begeistert. Dazu bedürfen wir dev Mitarbeit der Lehrerschaft. Großzügige Propaganda muß getrieben werden. Natürlich muß die Persönlichkeit erst gestaltet werden. Dann abermuß die Bewegung in weiteste Kreise hinausgetragen werden. Wo noch keine Gruppen sind, müssen die Lehrerdie Jugend Zur T-Hauro, Gem-ilus chasodim und zu jüdischer Heiterkeit und Ge-