Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 48 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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48 wir selbst, wir werden es aussührenl Ihnen gehört die Zukunft. Sie werden das Schwierige nusführen. Sie werden heranwachsen mit dem Bewußtsein, daß heute die Selbsterziehung zum jüdischen Mann und Frau eine verflucht ernste Ausgabe ist, daß ein jüdischer Mann und eine jüdische Frau keinen Augenblick Zeit haben zur Nachlässigkeit und Tändelei. Jeder Augenblick Ihres Tages muß ausgefüllt sein von ernstem, Zielbewußtem Dun im Dienste des Klall. Dann lebt das Judentum! Dann wird die Zeit kommen, in der wir nicht Zu sprechen haben von einem deutschen, russischen, rumänischen, englischen Judentum, dann wird das Bewußtsein der Einheit alle zusammen durchdringen! Louis Falk- Hamburg: Zu der Durchführung der großen Ausgaben, die der Jugendorganisation jetzt harren, bedarf es dringend der Anstellung eines Generalsekretärs, die ja auch in verschiedenen Anträgen gefordert wird. Es ist auch nötig, daß man die Gemeinden und ihre Lehrer zur Arbeit heranzieht, die Lehrer sind die gegebenen Führer. Die Gemeinden werden die Mittel, die notwendig sind, gerne ausbringen. Die Großgemeinden sind bei rechter Propaganda dazu zu bringen, und man muß Verbindungen zwischen diesen! Herstellen. Berlin und Hamburg können gut zusammenarbeiten, ebenso andere nah zusammengelegene Städte. B. I a k o b >s o h n - Hamburg: Ich will einige Vorschläge vorbringen, die von einem Führer der Aguda, der leider zu früh dahingegangen ist, Isaak Haleoy s. A., ausgegangen sind. Vor allen Dingen muß der Punkt Erez Iisroel stärker im Programm betont werden. Eine großzügige Einwanderung ist zu organisieren, wie sie die Zionisten bereits eingeleitet haben. Es muß nicht nur iü der Stammorganisation geschehen, sondern es ist!gerade eine Ausgabe der Jugend, bei der die Begeisterung sich! noch findet. Nach dem Kriege ist auch die Möglichkeit dafür gegeben. Wir sind jetzt!schon an Entbehrungen!gewöhnt und werden es daher nach dem Kriege leichter haben, Möglichkeiten dafür z!u schaffen, aber die Arbeit muß individuell geschehen. Es muß immer der richtige Mann an der richtigen Stelle stehen. Dafür müssen jetzt schon Lokalkomitees gegründet werden. Wenn wir aber der sozialen Not in Palästina abhelfen wollen, so darf das keine Wohltätigkeitssache sein!, statt der Geld- Unterstützung muß man Arbeit!geben. Es ist wahr, daß sich in Hambürg der Agudogedanke noch nicht durchgesetzt hat. Das liegt daran, daß dort schon immer viel gelernt wurde. Jetzt haben wir ein neues Zugmittel, praktische Palästinaarbeit, das auch in Hamburg wirken wird. Klibanski-Frankfurt a. M.: Das Bild, das die Ausführungen des Herrn Dr.' Kahn beim deutschen Judentume erwecken wevd!en, wird meiner Ansicht nach nicht das wahre sein. Herr Dr. Kahn hat sich zwar mehrfach mißverständlich! ausgedrückt über unsere Stellung zum nationalen Gedanken,׳ einerseits nämlich hat er konstatiert, daß wir nur ein Religionsjudentum seien, dann aber fuhr er fort und!sagte, wir sollen den nationalen Gedanken zu Propagandazwecken gebrauchen. Wir orthodoxen Juden haben schon einmal den Fehler gemacht, beim Auftreten des Liberalismus uns seiner Ideenweit zu assimilieren, das Nationale zurücktreten zu lassen, allerdings damals auch aus Rücksicht auf den Antisemitismus. Heute aber, sage;; wir es uns doch offen, der Antisemitismus wird durch solch kriecherisches, assimilatorisches Verhalten nicht erschlagen werden. Und der Libero- -..