Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 45 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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45 materiell zur Serie!stehen!konnten. Alles dieses ist nötig und muß erwogen werden, um unserer traditionstreuen Jugend jede Möglichheit ZU bieten, die Erfüllung der religiösen Satzungen, insbesondere also der Sabbatheiligung, im alten überlieferten Sinne zu ermöglichen. Dian täusche sich nicht darüber, daß die Kämpfe für die nächste Zeit unsagbar schwer!sein werden (dies natürlich immer nur vom religiösen Standpunkt aus gesehen). Dazu bedarf es auch in erster Linie vollkommener Charaktere. Wie denn überhaupt ein traditionstreuer Jude nach dieser Richtung das Vollkommenste bieten muß. Ich habe keine Furcht, es hier offen auszusprechen: gerade den traditionstreuen Elementen wird öfter der Vorwurf der mangelnden Vornehmheit gemacht. Deshalb muß bei allem, was wir tun, die Gesinnung und die Lauterkeit unseres Wesens, die gewissenhafte Durchprüfung unseres eigenen Ichs unantastbar klar voranleuchten. Wir müssen un!feren Gott in jeder unserer religiösen Handlungen unmittelbar erleben und erfüllen. In diesem Geiste lassen Sie uns stets ans Werk gehen. 4. Von dieser Gesinnung beseelt, wollen wir uns einen Augenblick nach Osten wenden, jenem Osten, der ja für uns religiöse Juden immer die Richtung unserer Gebete, Träume und Arbeiten war. Eine Fülle von Werten ist hier durch falsch verstandenen Sozialismus oder falsch verstandenen Nationalismus vernichtet worden. Auch hier ergibt sich die Frage: Wie gewinnen wir auf die Massen des Ostens Einfluß? Bei Beantwortung dieser Frage soll eins bereits vorweggesagt werden. Unsere Sendboten nach dem Osten, mit welchen Aufgaben wir sie auch immer betrauen mögen, dürfen nicht über dem Volke stehen, müssen vielmehr mit ihm leben. Wir dürfen nicht mit den Massen experimentieren. Wir müssen die jüdische Atmosphäre dort verstehen, unsere - Sprache muß die ihres Herzens sein. Wir müssen das u n b edingte Vertrauen unserer Brüder erwerben. Deshalb wollen wir unsere besten Lehrer und Rabbiner nach! dort senden, wir wollen mit ihrer Hilfe Einfluß aus die Jugend dort gewinnen, sie in thoratreüen Organisationen eingliedern, Schulen im überlieferten Geiste gründen. Die Beschaffung von Jugendlektüre, Beherrschung und Beeinflussung der Presse imb׳ des öffentlichen Lebens, Beherrschung des Gemeindelebens und der Gemeindeinstitutionen muß von den Thoratreuen erreicht werden. Die von mir vorgeschlagene Kommission hat entweder selbst oder eine spezielle Kommission hat sich mit der Frage der Hebung der ökonomischen Lage der dortigen Juden zu befassen!, das Problem der heiligen Sprache ist von unserer Organisation einheitlich zielbewußt zu behandeln. Daß bei allen diesen Dingen der Einfluß unserer Bank unentbehrlich ist, ist ohne weiteres einleuchtend. Es liegen hier so unendlich viel Probleme vor, daß sie den Rahmen unseres Themas weit überschreiten, wenn ich sie im einzelnen aussühren wollte. Aber es ist nicht bloß das Recht der Jugend, der gesamten Aguda Vorschläge zu machen: es ist ihre Pflicht, hier anregend und wegzeigend mitzuarbeiten. Was nun die religiöse Not der übrigen Judenheit der anderen Länder angeht, so ist diese im Augenblick für uns nicht akut, wir haben nur die religiöse Not im deutschen Vaterlande unter den uns heute von Staats wegen freistehenden Territorien ins Auge zu fassen. Lassen Sie mich mit einem Worte Raschis zu Hosea Kap. 10, Vers 2, schließen. Es heißt dort wörtlich: ״Die größte Bedeutung kommt dem Frieden zu, der Einheit. Selbst wenn Israel dem Götzendienst nahe-