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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 44

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 44 (sequence 46)
Language
German
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44 dem Fehlen der Rohstoffe ausgehört, im Augenblick einen geregelten Betrieb aufrechtzuhalten. Viele Betriebe sind zusammengelegt worden, keinerlei Aussicht besteht, daß sie morgen ober übermorgen neu ins Leben gerufen werden. Naturgemäß ist durch diese Struktur des Wirtschaftslebens auch der sabbathaltende Kaufmann in erster Linie mit betroffen worden. Es ist nicht abzusehen, wo und wann wieder neue Stellen für den jungen Kaufmann geschaffen werden. Auf der anderen Seite kommen Tausende in hoffentlich nicht allzu ferner Zeit aus dem Felde zurück. Wenn sie den Sabbat halten wollen, haben sie einen doppelt schweren Kamps zu führen. Ihr Wettbewerb wird von besonderer Schwierigkeit sein. Es ist die Pflicht der zu Hause Gebliebenen, bereits in diesem Augenblick vorbereitende Handlungen zu treffen, auf daß in diesem schwersten aller Einzelwirtschaftskämpfe, diesem Kampf mit doppelter Front, dem jungen Manne geholfen werden kann. In Gemäßheit dessen schlage ich vor: Es soll eine Kommission, bestehend aus Industriellen, Nationalökonomen, Bankleuten, Kaufmännern, und zwar den Besten von uns, eingesetzt werden, welche diese Frage als eine der heiligsten religiösen Fragen, die uns obliegt, zu lösen versuchen. Insbesondere denke ich an eine Lösung aus genossenschaftlicher Basis. Es ist zu denken an Lanüsiedlungen, Acker- und Gartenstadt. Zwar ist der Grund und Boden teurer geworden: dem steht aber entgegen, daß die Bebauung lukrativer und das Bedürfnis nach ländlicher Ruhe und Betätigung!der Heimkehrenden besonders groß sein wird. Damit ist aber auch zugleich die Möglichkeit der Früh-Ehe gegeben in Gemäßheit des alten jüdischen Wortes: Schemauno oßor lechupo! Ist doch bic Früh-Ehe ebenfalls eins unserer Postulate, aus das wir mit Nachdruck Hinweisen müssen. , Das Paliativmittel der Stellenvermittlung halte ich ganz subsidiär. Die ivenigen Geschäfte, welche Sabbat halten, werden von selbst mit denjenigen jungen Leuten, die aus Sabbatheiligung Gewicht legen, jeweilig in Fühlung treten können. Die wirtschaftliche Seite unserer Bestrebungen verlangt naturgemäß sehr viel Geld. Immerhin aber hat es noch keine Zeit gegeben, in der für allgemeine Zwecke so viel Geld zu haben gewesen ist wie jetzt. Umsomehr wird dieses zu haben sein, da jedermann weiß, daß die Sabbatheiligung und deren Ermöglichung zum ernstesten Problem der traditionstreuen Juüenheit gehört. Wenn jeder glaubenstreue Jude vom Maszer wiederum Maszer nur für diesen einen Zweck an eine Zentralsammelstelle ausgeben würde, so wäre Liese Frage zum guten Teil schon gelöst. Dieses Geld müßte an einer einzigen Stelle zusammenlausen. Für diesen Zweck ist zu erwägen, ob nicht die Gründung einer orthodoxen jüdischen Bank ins Leben zu rufen ist. Diese Bank Hätte die jeweiligen Gelder, welche für unsere Zwecke überhaupt gesammelt und ausgegeben werden, zu verwalten, könnte, was ich hier nicht näher ausführen will, nach innen und außen für die gesetzestreue Iudenheit eine Fülle von dauerndem Segen stisten. Diese . Bank, welche der Unterstützung aller noch jüdisch fühlenden Kreise sicher sein würde, könnte zugleich aber auch propagandistisch von großer Bedeutung sein. Die großen Verbände, welche wir in unserem deutschen Vatevlande für den Handlungsstand arbeiten sehen — ich denke an den 68er Verband, an den Deutschen Nationalen HandlungsgehilsemBerband, an den Zentralverband der Handlungsgehilfen, an die katholischen Vereine usw. usw. —, sind nur so mächtig geworden, weil sie Kassen- und Zentralstellen hatten, mit denen sie ihren Mitgliedern jeweilig auch

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