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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 41

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 41 (sequence 43)
Language
German
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religiöses Glaubensbekenntnis. Ob daneben Platz ist für das politische Glaubensbekenntnis, bleibt an dieser Stelle unerörtert. Tatsache ist, daß, wo es Massen Zu werben und zu organisieren gilt, Zionismus und Orthodoxie als Rivalen austreten, Tatsache ist weiterhin, daß der Zionismus innerhalb der Jugend starken Zulaus hat. Wir haben! hieraus zu!lernen, daß wir uns bei der Propaganda aus dieses Moment einstellen müssen. So viel , darf weiterhin ausgesprochen werden, daß dereinstens am Ende der Entwicklung der Endkampf zwischen Orthodoxie und Zionismus auszutragen sein wird. In Berücksichtigung der Tatsache, daß das historische Judentum eine ununterbrochene Fortsetzung des geschichtlich! Gewordenen! vom Sinai bis auf diese Stunde ist, in Erwägung dessen weiter, daß wir nur die Erben einer feststehenden geistigen Kultur und Weltanschauung sind, in Erwägung weiterhin der Tatsache, daß wir nur aus Grund dieses Ererbten uns rassenmäßig rein halten konnten, haben wir das Recht, unser Judentum das Judentum ״kath exochän“ nennen zu dürfen. Allerdings bilden wir ziffernmäßig in Deutschland die Minorität. Ohne Selbstüberhebung können wir aber behaupten, daß wir das geistige Rückgrat der deutschen Juden sind. Die ziffernmäßig zu uns gehörende Jugend ist nicht übermäßig groß. In Großstädten konzentriert sie sich zumeist in bestimmten Stadtviertetln. Im Reiche finden wir sie sporadisch auf einzelne Landstriche verteilt. Immerhin aber beweist, die heutige Tagung, daß wir mächtiger sind, wie wir es uns bisher eigentlich vorgestellt haben.- Was ist zu tun, um unser Terrain zu erhalten? W!elche Maßnahmen führen dazu, um dasselbe auszubauen, neuen Boden zu erwerben und den uns Ankommenden Einfluß auf die Allgemeinheit zu gewinnen? Darüber, daß es unsere Pflicht ist, mehr Einfluß als bisher im Leben der Judenheit zu erhalten, sind w!ir wohl alle einig. Es muß uns Gewissenssache fein, dafür zu sorgen, daß in einer Fülle von Gemeinden, in welchen die nach unseren Begriffen notwendigen Einrichtungen zum Bestand, Ausübung des Judentums notwendig sind, erhalten, eingerichtet bezw. ausgebaut werden. Daß hierzu in! erster Linie die richtige Erziehung der Jugend gehört, ist selbstverständlich. Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es eines weiten Blickes, fester Händ e und vor allem der Sammlung jedweder Richtung der traditionstreuen Judenheit um ein gemeinsames Banner. Was zu uns Kommt und wer immer zu uns kommen mag, kommt nicht, um zu zerstören. Den Ehrgeiz, -mit der Agudas-Jisroel zusammen zu arbeiten, besitzt niemand, d!em nicht die Lösung der jeweiligen Gesamt-Gegenwartsaufgabe im Geiste der überlieferten Thorah Herzenssache und innerstes Lebensbedürfnis ist. Darum darf nicht, wie kurz -vor Ausbruch des Krieges, heute bei uns die kleinliche Frage, wie weit wir die gesetzestreue Richtung um das Banner der Agudas-Jisroel scharen sollen, die Hauptsache und den Zankapfel der Arbeiten bilden. Sammeln und die Gesammelten im Geiste bes überlieferten Judentums erziehen, führen und nach außen und innen streiten lassen, das ist die Aufgabe, welche uns in dieser Organisation obliegt. III. Wie soll diese Organisation aussehen? Ein dreifaches Programm möchte ich für sie aufstellen. Ein Lehr- und Lernprogramm, ein allgemeines Programm und last not least ein sozial-politisches Programm. 1. Das Lernprogramm muß den Mittelpunkt unseres Seins! bilden. Das ist hier immer richtig erkannt worden-, darüber bedarf es keiner

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