Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 36 (sequence 38)
- Language
- German
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36 stärken und nicht, wie wir dies leider schon so oft erlebt haben, uns und dem Thorajudentume verloren!gehen? Und zweitens, wie können wir die reichen Schätze an Thorawissen und begeisterter Hingabe an die Erfüllung des Gesetzes, die durch die Erschließung des Ostjudentums vor uns ausgebreitet worden sind, für uns, für die Verinnerlichung und Vertiefung unseres eigenen religiösen Lebens ausbeulen? Es wird eine hohe Aufgabe der Führer der Ugudas-Iisroel!sein, den beiden Fragen, die ich eben kurz skizziert habe, ihre!ganze Aufmerksamkeit Zuzuwenden und es wird Aufgabe unserer!gebe- und aufnahmefreudigen Jugend sein, die Wege zu beschreiten, die ihr zur Erreichung der Ziele gewiesen werden. Und endlich die Palästinafrage. Auch hier wird unsere Stellungnähme von zwei Momenten beherrscht. Es gibt keinen unter uns, dessen Herz nicht für den heiligen Boden unserer Väter erglüht und nicht höher schlägt bei dem Gedanken, daß die Zeit gekommen ist, wo man in allen Ländern sich dafür einsetzt, das; das Land unserer Väter wieder unser Land werde, aber vergessen wollen und dürfen wir nicht, daß Jerusalem für uns alle die vergangenen Jahrhunderte hindurch, bis in unsere Tage hinein ein mokaumes Kodausch gewesen ist, eine Stätte, wo das Licht der Thora nicht erloschen ist, das Ziel der Sehnsucht für alle jene, die fern vom Getriebe der Welt die Gottesnähe suchten. Und dafür zu sorgen, daß dies auch in Zukunft bleiben soll, ist unsere Pflicht. Und zweitens, wir wollen Mitarbeiten, mit den anderen mitkümpfen um das Erbe unserer Väter, nicht beiseite stehen und tatenlos Zusehen, aber mit Einsatz aller Kräfte dafür eintreten, daß im Sinne des thoratreu en Iud entums alIes, was im heiligen Land sich entwickelt, geschieht. Das kann aber nur geschehen, wenn wir hier und dort als Gemeinschaft intensiv Mitarbeiten und eine so zahlreiche Schar von Kämpfern gewinnen, daß wir eine Macht darstellen, die ׳in der Lage ist, ihren Wünschen und Forderungen Geltung zu verschaffen. Meine Damen und Herren! Ich bin an dem.Schluß meiner Ausführungen angelangt, die den Auftakt bilden sollen zu den Beratungen, zu welchen wir uns hier Zusammengefunüen haben. Gehen wir ans Werk in dem Bewußtsein, daß unsere Tagung dazu bestimmt ist, einen Markstein zu bilden in der Entwicklung der gesetzestreuen Jugend, daß die Augen der thoratreuen Judenheit im Lande und draußen im Felde auf uns gerichtet sind. Zeigen wir, daß die!große Zeit, in der wir leben, kein kleines Geschlecht findet, ein Geschlecht würdig aller jener, die dahingingen und es nicht erleben durften, daß die Saat, die sie mit ausgesät Haben, so herrlicheFrüchte trägt. Wir leben in schwerer, ernster Zeit, der Todesengel schreitet durch die Lande und fordert seine Opfer unter!den Besten unseres Volkes und darum darf nicht laute Freude uns erfüllen. Wenn wir aber die für dieThora begeisterte Jugend um uns sehen, dann drängen sich unwillkürlich die Worte auf unsere Lippen. Es hassomir higia w’kaul hataur nischma b’arzenu. Die Zeit -es Sanges ist gekommen und die Stimme der Taube wird vernommen auch in unserem Lande. Möge der Frühling Linz u g halten in unsere Jugend und mögen zur Wahrheit werden die Worte: W’6sch tukad al hamisbeach lau sichbeh, möge das heilige Feuer, das heute in Ihren Herzen entzündet wurde, nicht erlöschen! Die Ausführungen des Referenten finden lebhaften Beifall. Da das Referat des Herrn Dr. Ist Kahn eine Konnexe Materie behandelt,