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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 34 (sequence 36)
Language
German
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34 v soll, darüber im einzelnen Borschläge zu machen, kann nicht meine Aufgabe sein, das zu entscheiden ist Recht und Pflicht unserer Führer, wir wollen nur zum Ausdruck dringen, daß wir den Grund unseres Leidens wohl erkannt haben und geloben, mit allen Kräften beizutragen zum Bedek hadajith. Aber eines wollen wir nicht vergessen, daß wir unser Ziel, die Rückkehr zum Judentum unserer Väter, nur erreichen können, wenn wir, wie sie es getan haben, lernen lischmoh. Lernen um des Lernens ivillen. Erst wenn wir uns s r e i m a ch e n v o n dem G e d a n- Ken, daß die Kenntnis der Thora für uns notwendig sei, um eine Synthese zwischen Glauben und Wissen, zwischen Re I igionsgesetz und Bildung herbeizuführen, werden wir mit Erfolg unser großes Erziehungswerk beginnen können. Glauben wir doch ja nicht, daß all die Generationen vor uns, vor allem alle die Großen in Israel, die ihren Lebenszweck im Studium des göttlichen Gesetzes erblickten, ahnungslos und unwissend den großen Fragen ihrer Zeit und den wissenschaftlichen Problemen gegenüberstanden. Etwas mehr Bescheidenheit täte uns not. Nicht weil wir aus allen Wissensgebieten so herrlich weit fortgeschritten sind, ist die Lösung des Problems Thalmud Tau roh im Derech Erez für uns so schwierig und so brennend, sondern weil wir im Wissen der Thora so sehr Zurückgegangen sind; wir wollen nicht mit unserer Weltanschauung die Thora in Einklang bringen, sondern aus dem Studium der Thora lischmoh uns eine Weltanschauung erringen. Wir brauchen ferner eine thovatreue Jugendorganisation, weil unsere Jugend zu den wichtigsten wirtschaftlichen und ge-' s e l I s ch a s t l i ch e n Problemen eine nur ihr eigene Stellung einnehmen muß. Nur zwei Fragen sollen aus dem Komplex herausgegriffen werden, die Berufswahl und die Frühehe. Für uns steht im Gegensatz zu anderen Bevölkerungsklassen im Mittelpunkt aller Erwägungen, die bei der Wahl des Berufs maßgebend sind, die Heiligung des Sabbats, und darum können alle in der jüngsten Zeit hervorgetretenen Bestrebungen, eine Berussumschichtung der jüdischen Jugend herbeizuführen, nur von, diesem Gesichtspunkte aus von uns gewertet werden. War schon in Friedenszeiten für den gesetzestreuen jungen Juden die Auswahl unter den Lebensberufen eingeschränkt angesichts der steigenden Tendenz zur Verunselbständigung breiter Massen und des Schwindens von Unternehmungen, die ihren Angestellten die Möglichkeit gewährten, Sabbat und 'Festtage zu halten, so wird in Zukunft das ganze Problem noch viel schärfer in die Erscheinung treten und die Opfer, die wir werden bringen müssen, noch unvergleichlich höher fein. Da wird die Er- Ziehung in unserer Jugendorganisation einzufetzen haben und unserer Jugend immer wieder eingeprägt werden müssen, ki lau alechem lewadau jichje hoodom. Gewiß, wir verkennen nicht, was wir von unserer hossnungs freudigen Jugend verlangen. Sie soll neidlos zusehen, wie in dem mit unerhörter Schärfe entbrennenden Existenz- Kampf andere Kreise in die Höhe steigen, unter Einsetzung aller Kräfte rücksichtslos den Platz an der Sonne behaupten und erkämpfen wollen, während wir, um den Lebensnerv des Judentums zu retten, auf zahlreiche Berufsmöglichkeiten, so vor allem auf die Beamtenlaufbahn verzichten und uns nur ganz bestimmten Erwerbszweigen, den freien Berufen, besonders geeigneten Handelsbetrieben, dem Handwerk zuwenden

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