Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 31 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/6467833-8970266-8970284--0635-8963850- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
wägen, Auslese zu halten um nur jene in die heiligen Hallen eintreten zu lassen, welche die Prüfung vor dem Richterstuhl einer ganz bestimmten Lehrmeinung bestanden haben, ihr kam es daraus an, daß das Hochzi el d e r Agud as -Iisro el der Ve r w i rk lichun g n ä h e r g e b r a ch t wird, welches darin besteht, alle GI i eder in Israel, die dem Ewigen dienen wollen, zu einem Körper z u s a m m e n z u s a s s e n. Die Jugend hatte erkannt, daß es so nicht weiter gehen könne. Sie wollte nicht länger abseits stehen und tatenlos Zusehen, wie die Jugend anderer Kreise sich an ihrem Ideal begeisterte, Opfer brachte, sich eine Stätte schuf, wo sie ihr Leben leben konnte. Nur wer die Sehnsucht kennt, die unsere Jugend nach einem Zusammenschluß Gleichgesinnter erfüllte, nach einem geschlossenen Auftreten in der Oeffentlichkeit, um zu zeigen, daß wir auch noch existieren, daß auch in uns ein Ideal lebendig ist, um das zu Kämpfen eine Lust ist, kann begreifen, mit welch heiligem Eifer die!Führer der Jugend zu den Waffen riefen, und mit welcher Freude und Stolz die Jünglinge und Jungfrauen dem Ruse folgten. Es kamen alle, in welchen das Feuer für die Thora brannte. Man fragte nicht, woher sie kamen. Wer einfältigen Herzens und mit reinen Händen sich nahte, war willkommen als Streiter im Kampfe für die Erhaltung des thoratreuen Judentums. Und so soll es auch in Zukunft bleiben. Wir wollen die Jugend rein und frei halten von jedem Streit und Hader. Alle, die von der Göttlichkeit der Thora durchdrungen sind und überzeugt von der Verbindlichkeit ihrer Satzungen, gehören zu uns, müssen zu uns gehören. Wir wollen nicht angstlich sein und nicht prüfenden! Blickes einen jeden, der in unsere Reihen tritt, mustern, sondern weitherzig die Tore öffnen, damit in Scharen Hereinströmen alle die Abseitsstehend>en, die Zerstreuten und Dersprengten, die den Willen haben, unserem Gotte in unseren Reihen zu -dienen. Hüten wir uns vor der Auffassung, daß es bei uns nicht aus die Masse ankommt, daß die Stimmen gewogen, aber nicht gezählt werden. Dies gilt nicht für die Jugend, die!um so tiefer und inniger an ihr Jd-eal glaubt und von ihm durchtränkt wird, um so stärker an ihm später im Mannesalter festhält, je größer die Schar Gleichgesinnter ist, je machtvoller die Woge ist, von der ihr Lebensschiff getragen wird. Wenn nicht zehn und hundert, w-enn Tausende von Jünglingen und Jungfrauen sich zur Thora bekennen, dann wird ganz unabhängig von der Auffassung des Begriffs ״thoratreu" das Lernen und Ueben der Mizwaus Ge m ei-ngu t der Jugend werden. Wir folgen nur unserer großen Tradition, wenn wir einen solchen Maßstab anlegen, wenn wir unter einer thoratveuen Organisation die Gemeinschaft all derer verstehen, die das Herz dazu treibt, eine Terumah zu bringen für das Heiligtum Gottes und Sie dürfen überzeugt fein, wenn der Ruf ergeht, wir wollendas Heiligtum Gottes wieder in alter Reinheit in unserer Mitte errichten, dann wird es auch von uns heißen: Wajowauu kol isch ascher n’soau libau w’echol ascher nod’woh ruchau ausau hewiu es t’rumas haschem limleches auhel maued, ' Unser Heiligtum ist so groß, daß es alle fassen kann, die zu ihm Hinströmen: aum’dim z’fufim umischtachawim r’wochim.