Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 27 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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jugendlichen Teilnehmer der Frankfurter Tagung entriffen! worden, unter ihnen auch Martin Feist s. A., der als erster den Gedanken Aguüas- Jisroel-Jugendorganisation gedacht und in die Tat umgesetzt hatte. Aber die A.J.I.O. habe doch in deren Sinne weitergearbeitet, und wenn die Stammorganisation Großes geleistet durch materielle Mittel, so habe die Jugend den Agudas-Gedanken und den Agudas-Geist verbreitet. Heute sei der Redner erst recht stolz, diesesmal müsse er sein Zitat aus der Mischneh aber umdeuten und umändern, heute müsse er sagen: Aschrei jaldusseinu schebijescho es siknosseinu: ״Heil uns, daß die Jugend uns beschämt, uns alle, die wir uns freuen, daß sie in ihrem Feuer, in ihrer Begeisterung uns übertrosfen." Herr Jakob Rosenheim, nein so sagt keiner, Jakob Rosenheim, der erst vor wenigen Tagen aus Konstantinopel zurückgekommen, der bewährte Führer der Agudoh, geht von seinem Platze, um zu der Versammlung zu sprechen. Er weist daraus hin, daß doch eigentlich keine Zeit, zur Freude sei,, wo alles so trübe aussähe, aber eine Freude gebe es, für die immer Zeit sei, die fimchoh schel mizwoh: eine solche empfinde er heute, und wenn die Versammlung, die Jugend vor allem, eine solche heute fühle, dann sei sie auf dem rechten Wege, dann sei es sicher, daß der Bundestag zum! Segen würde. Denn! aus einer Mizwoh! kann ja nur Segen entspringen: dann könne jeder' mit der Jugend und den Leitern der Jugendorganisation sich freuen, daß wir die heutige Tagung erlebten. Auch seinen Ausführungen folgt stürmisches Händeklatschen, so daß es der ganzen Lungenkraft des Vorsitzenden bedurfte, die begeisterte Menge zu beruhigen und dem Vertreter des Gruppenverbandes, Herrn Rabb. Dr. Auerbach - Ha I b e rst a b t Gehör zu verschaffen. Aber nun dieser einmal begonnen, verstummt alles und horcht mit gespannter Aufmerksamkeit den Ausführungen des beliebten Redners, der anknüpfend an die Sidra des vergangenen Schabbos warme Töne fand, um die Jugend zu ermahnen, bei der Thauroh zu bleiben, Thauroh zu lernen, Thauroh zu erfüllen und so die Zeit vorzubereiten, die uns alle dem Ziele zusühren wird, der unsere Sehnsucht gelte.!Auch befreundete Organisationen hatten sich eingefunden, um durch den Mund ihrer Vertreter ihre Freude an dem Zustandekommen des Bundestages ausdrücken zu lassen. Der W und j ü d i s che r Akademiker zuerst, der seine Kriegstagung an die Veranstaltung der A.J.I.O. angeschlossen hat und so schon zeigte, daß er mit deren Bestrebungen ״Hand in Hand" zu gehen die Absicht hat. Herr Dr. M. Birnbaum-Berlin, der Vorsitzende des B.J.A., sprach das auch aus und zeigte mit seinen Worten, ü!aß die Akademische Jugend des gesetzestreuen jüdischen Deutschlands sich ganz einig mit den Bestrebungen b׳er A.J.I.O. fühlte. Hatten wir bis dahin nur ernste Worte vernommen, so verstand es Herr Distriktsrabbiner Dr. W oh lg em u t h - Kitzingen, der. für den Verband traditionell-gesetzestreuer Rabbiner sprach, durch seine geistreichen Worte, die einen heiter-launigen Unterton hatten, die ernste Heiterkeit der Versammlung für einige Minuten! in eine sröhlich-heitere zu verwandeln. Die Vorredner hätten das Gebot der Thora, Peah stehen zu lassen, erfüllt und ihm, dem Armen: auch noch etwas zu «sagen übrig!gelassen. Er wolle dankbar auch nur wenige Worte sagen. Die Rabbiner sollten die Führer sein, aber ihr stärkster Rückhalt sei die Jugend und deshalb sei er so erfreut, der heutigen Versammlung beiwohnen zu können. Die Jugend war ihm dankbar,