Mannheim
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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 26

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 26 (sequence 28)
Language
German
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— 26 Begrützurigsabend. Um. 8 Uhr sollte der Begrllßungsabend beginnen, die weiten Räumendes Huttenschen Gartens füllten sich auch schon früh, aber ab- .sichtlich wurde die Versammlung noch nicht, eröffnet: man wollte den Gästen erst die Gelegenheit geben, sich zu sprechen, Bekanntschaften zu erneuern und neue zu schließen. Das war dann interessant zu beobachten. Hier begegneten sich zwei Freunde, die sich seit Jahren nicht gesehen hatten und sich nun wieder einmal trafen, sie schüttelten sich fröhlich die Hände, und Helle Freude liegt aus ihren Gesichtern, daß sie sich bei solcher Gelegenheit wiederfinden,׳ dort treffen sich dem Namen nach bekannte, die vielleicht schon oft schriftlich ihre Gedanken ausgetauscht und sich nun endlich persönlich kennen lernen. Bald sind sie in ein eifriges Gespräch verwickelt, das sich um Fragen des Klall und die Jugend betreffende Dinge dreht, über die sie am Ende schon oft ihre Gedanken schriftlich ausgetauscht haben. Ta stellt sich ein junger Mann einem Herrn vor, es ist ein Führer in der Judenheit, den er gern kennen lernen will, und der ihn gütig und freundlich anhört. Da Hinten steht eine Schar junger Menschenkinder, 16—17 Jahre alt, und unterhält sich lebhaft,׳ sie haben eine solche Versammlung noch nie erlebt, und man sieht, sie sind begeistert und erwartungsvoll freuen sie sich schon im voraus dessen, was nun kommen, und was sich ihrem Gedächtnis unauslöschlich ׳einprägen wird. Dort oben am Vorstandstisch steht die ehrwürdige Gestalt des greisen Distriktsrabbiners Bamberger; er unterhält sich lebhaft mit einem Herrn, der auf ihn einfpricht, was für eine talmudische Diskussion mag es wohl sein, die sie so ins Feuer kommen läßt? Endlich bittet der Vorsitzende den Herrn Rabbiner, die Kanzel zu besteigen und׳ heischt mit kräftiger Stimme, die das Gewirr der Unterhaltung von fast tausend Menschen übertönen muß, Ruhe und Ordnung. Laut und bis in die entferntesten Ecken hinein vernehmlich beginnt der ehrwürdige Herr mit einem ״Bauachem lescholaum", dem Friedensgruß. Len er segnend׳ der Versammlung zuruft. Er freut sich, daß es eine solche Gelegenheit ist, die die Teilnehmer an dem Bundestag in seine Stadt hingeführt, getragen von dem Wunsch, etwas für den Klall Jisroel zu leisten. Das Glück der Judenheit steht mit der Treue gegen ihre Thauroh und fällt mit ihr, Einheit, Einigkeit der Treuen ist unbedingte zweite Vorbedingung, die Agudoh, aber es gehört auch nicht zum wenigsten dazu, die Treue gegen das Land, in dem Israel seine Heimat gefunden, und so Klingen seine Worte aus in einem Hoch aus den Deutschen Kaiser und den König von Bayern, aus Deutschland und Bayern, das durch diese Männer repräsentiert wird; begeistert stimmt alles in dieses Hoch ein. Im Namen der Würzburger Jugendgruppe begrüßt dann Herr H. Buxbaum die Gäste in Würzburgs Mauern. Er spricht den Wunsch aus, daß unsere Jugend׳ mit neuen Anregüngen und neuer Begeisterung erfüllt werden möge durch den Würzburger Bundestag. Dann betritt, lebhaft begrüßt, der Vorsitzende die Tribüne. Er knüpft an die Frankfurter Tagung von Chanukah 5673 an. Damals!sei er stolz auf!seine Jugend׳ gewesen, auf seine Schüler, die Initiatoren der Agudas-Jisroel-Jugendbewegung, weil er habe sprechen! Könnens Aschrei jaldusseinu schelau bijescho es siknosseinu, ״Heil uns Alten, daß die Jugend uns nicht enttäuscht unduns. die Gefolgschaft nicht versagt hat." Inzwischen sind uns durch den Krieg leider viele der

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