Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 25 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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25 Auch diesen Ausführungen wird lebhafter Beifall gespendet. Und in der sich nun anschließenden Diskussion, die leider nur in sehr schlechter Meise mitstenographiert wurde, und daher nur ganz oberslächlich hier wiedergegeben werden kann,!kamen die Damen Feuchtwanger-München, Lippstadt-Fulda, Karo, Alexander, Stein-Berlin, Fränkel - München, Stern-Würzburg, Weyl - Frankfurt a. M. und Berlowitz-Posen zu Wort. Es wurde gesprochen über die Frage, wie wir den Zusammenhang mit den Feldgrauen draußen aufrecht erhalten können und sollen. Es wurde betont, wie wichtig es ist, auch sie, die draußen abgeschlossen von unserem ganzen Leben, besonders aber von unserem Geistesleben ihre Tage dahinbringen müssen, wie wichtig es ist, daß wir ihnen, wenn auch nur in geringem Maße, den Zusammen- Hang mit der Heimat, mit der Jugendarbeit vermitteln. Es wurde daraus aufmerksam gemacht, daß es vielleicht eine noch größere Wohltat für unsere Krieger darstellt, wenn wir ihnen Nachrichten, Berichte über unsere Tätigkeit in der Heimat, über die Wege und die Art unserer Arbeit ins Feld hinaussenden, als wenn wir ihnen Liebesgaben schicken. Es wurde angeregt, eine möglichst ausgedehnte Korrespondenz mit unseren Gesinnungsgenossen im Felde aufzunehmen und zu pflegen. Es wurde weiter. viel gesprochen über unsere Beteiligung in sozialen Dingen, es wurden Auskünfte gegeben, wie wir unsere Tätigkeit in Kinderhorten gestalten müssen, wenn .wir für unsere Ideen und unsere Ziele etwas dabei erreichen wollen, es wurden Vor-!schlüge gemacht, wie wir unsere Arbeit im jüdischen!Kindergarten einrichten müssen, um hier bereits in die jungen zarten Gemüter Keime zu legen,'Same zu säen, der -später herrliche Früchte zeitigen wird. . Es wurde immer und immer wieder betont, daß die jüdischen Mädchen mehr jüdisch denken und fühlen -lernen müssen, auf daß auch wir es wieder soweit bringen, -daß eine jüdische Jungfrau den für ihren besten Gatten undfür ihren besten Kam-eraden im Leben ansieht, der am meisten bewandert ist in Tauro und- Poskim, daß unsere Mädchen wieder ihren -Stolz dareinsetzen,!Gattinnen von Bnei Tauro zu werden. -Gerade diese Worte griff Herr Rabbiner Dr. A u e r b a ch - Halber st adt aus, der erst verspätet in die Sitzung kommen konnte, um an Hand eines Mid ros ch!Herrliche Worte über die Bedeutung und die Stellung der Frau im Judentum an die Versammlung zu richten. Stürmischer Beifall lohnt die zu Herzen gehenden -Ausführungen d-es Herrn -Rabbiner, und mit der bestimmten- Absicht, all die Worte, die am Nachmittag an sie!gerichtet wurden, sich zu Herzen zu nehmen, in sich zu gehen und zu versuchen, die Ziele zu erreichen, die hier als J!deal ausgezeigt wurden, in dieser bewegten Stimmung verließen die Teilnehmerinnenden Sitzungssaal, nachdem Frl. Jeidel um 7 Uhr die Versammlung geschlossen, -und nachdem sie nochmals den beiden Rednerinnen, sowie allen, die in der Diskussion zu Worte gekommen -waren, für ihre Ausführungen den herzlichsten Dank der Teilnehmer abgestattet hatte.