Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 24 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Anfechtungen stand. Zur gemeinsamen Stärkung erscheint es mir wesentlich, für die Mitglieder beider Gruppen gemeinsame Abende ׳zu veranstalten, in denen auch die Geselligkeit zur Geltung kommt. In der Praxis indessen haben diese Abende bei uns nur geringen Anklang gefunden und wir würden Anregungen auf diesem Gebiet sehr gern entgegennehmen. Dieser unser Mangel ist wohl auch auf die Eigentumlichkeit Berlins zurückzuführen, das infolge seiner verschiedenen Gesellschaftskreise und seiner großen Entfernungen ein Zusammenschmelzen der jungen Menschen nicht zuläßt. Für die Ausflüge gilt in der Theorie meiner Meinung nach dasselbe, doch weiß ich wohl, daß auch andere Ansichten hierüber herrschen. In Posen und Frankfurt z. B. wandern die Gruppen getrennt. Wir Berliner haben bei unseren gemeinsamen Ausflügen im Gegensatz, zu unseren gemütlichen Abenden die weitaus besten Erfahrungen gemacht; zu unseren Ausflügen kommt jeder gern. Anders scheint es mir indessen bei den Knaben und Mädchen der Fall zu fein die erst für unsere Organisation vorbereitet werden sollen, also etwa die Jugend bis zu 15 Jahren. Hier verfolgen die Ausflüge doch weniger den Zweck der Geselligkeit, sondern den der Erziehung und geistigen Beeinflussung in unferm Sinne. Daher ist es angebracht, diese Wanderungen getrennt zu veranstalten. Nur so ist es möglich, die Jugend, die sittlich und religiös noch nicht gefestigt ist, zu schützen und zu erhalten. Ueberhaupt scheint mir das Leitmotiv bei der Frage des Zufammenarbeitens von Jugend- und Mädchengruppen stets folgendes zu sein: Wir müssen zuerst feststellen, auf welcher Stufe der Entwicklung unsere Mitglieder stehen, ob es sich um Kinder oder bereits in sich gefestigte Menschen oder — wo am meisten Ueberlegung und Vorsicht erforderlich — ob es sich um Jungen und Mädchen handelt, die im Alter des Werdens und der Entwickelung stehen. Und zum Schluß möchte ich nur noch einmal all meine positiven Ausführungen zufammenfasfen. Die spezielle geistige Ausbildung der Knaben und Mädchen muß getrennt erstrebt werden. Gemeinsam arbeiten wir 1. nach außen: a) wo die soziale Fürsorge in Frage kommt (hier leistet die Hauptarbeit die Mädchengruppe), b) in der Propagandatätigkeit (die die Jugend gruppe Hauptsächlich beherrscht; 2. nach innen: a) durch allgemeine geistige Ausbildung, also Vorträge, Gsschichtskurse ufiv. b) durch Geselligkeit, wie Ausflüge, gemütliche Beisammenseins. Was die technische Arbeit betrifft, so ist auch hierin die Methode der Berliner Gruppen zu empfehlen: getrennte Vorstände; aber nur gemeinsame Sitzungen und gemeinsame Kasse. Ich bin am Ende, verzeihen Sie die Kürze meiner Ausführungen. Die uns zur Verfügung gestellte Knappe Zeit reicht nicht für weitere Erklärungen. Ich hoffe jedoch, daß die anschließende Debatte noch verschiedene Erfolge zeitigt. Zum Schluffe möchte ich nochmal meinem Vorstands-Kollegen Herrn Merzbach herzlich danken für seine freundliche Hilfe bei der Ausarbeitung meines Referates.