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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 22 (sequence 24)
Language
German
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22 Von einem Knaben hingegen wird ganz anderes verlangt. Für ihn ist eigentlich nur Zweierlei erforderlich: 1. eine gründliche jüdische Durchbildung, die aber nicht unabhängig von den Ergebnissen der modernen Wissenschaft erzielt werden kann und unbedingt neben der jüdischen Durchbildung und der gründlichen Kenntnis der Tauroh einhergehen muß. Eine Lösung dieser Zeit frage muß eben im Sinne und auf dem Boden des überlieferten Gesetzes versucht werden; 2. das Ergreifen irgendeines Berufes, respektive das Erlernen eines Handwerks. Denn es ist nicht nur Pflicht, sondern auch Mizwoh eines jeden Mannes, neben dem Taurohstudium seine Familie ernähren zu können. Natürlich kann npn die Iugendgruppe nicht Kurse zum Erlernen irgendeines Berufes einrichten, aber durch zwei Einrichtungen Könnten wir hierbei etwas mithelsen. Wenn die Frage an sie herantritt, wissen noch viele junge Leute nicht, welchen Beruf sie ergreifen können, welcher ihren Fähigkeiten gemäß für sie!geeignet, und ob ihre Körperkonstitution dafür ausreichend ist. Dies!gilt auch in gewissem Grade für Mädchen. Und da wäre es vielleicht wieder Ausgabe der Agudas - Iisroel - Iugendorganisation, diesen jungen Leuten helfend und ratend zur Seite zu stehen. Kurz, es müßte eine Berufsberatungsstelle der A.-J. ins Leben gerufen werden, denn in unseren Kreisen fehlt eine solche Beratungsstelle noch sehr. Das andere wäre die Erreichung eines gewissen Maßes von all- .gemeinen wirtschaftlichen Kenntnissen, ganz gleich, ob die betreffende Person sich dem kaufmännischen oder dem wissenschaftlichen Berufe zuwendet oder irgendein Handwerk erlernen will. Einige Kenntnisse vom Handelswesen und Geldverkehr re. zu besitzen, ist immer für jeden Menschen von Vorteil, vielleicht übernimmt es die Agudoh, neben unseren ,©(^זזזת auch Kurse für Handelswissenschasten einzurichten. Fm vorhergehenden habe ich, soweit es mir in der kurzen Fassung möglich war, das Programm einer Fugend- und einer Mädchengruppe, wie es sein sollte, charakterisiert. Im folgenden möchte ich nun die Frage erörtern: ״Welches sind die Gebiete, wo beide Gruppen gemein- .sam arbeiten können? Vor allem scheint es mir das Wichtigste zu sein, daß alle Besprechungen — mögen sie nun die Jugend- oder die Mädchengruppe angehen — in gemeinsam abzuhaltenden Vorstandssitzungen besprochen werden. Es wird zwar manchmal behauptet, daß die Frau eine!geringere Hirnsubstanz hat als der Mann, aber Gott sei Dank wird es nur behauptet. Daß es nicht der!Fall ist, beweisen unsere Erfolge. Daß die Frau im allgemeinen bisher im Leben keine größere Rolle gespielt hat, liegt doch, wie wir alle wissen, nur daran, daß sie eben nie zur Mitarbeit herangezogen worden ist. Aber wir Berlinerinnen können es bezeugen unb viele, von Ihnen, meine Damen, werden es mir bestätigen, daß sehr viele Anregungen innerhalb unserer Organisation von unseren weiblichen Mitgliedern ausgingen, insbesondere, was die praktische Durchführung von irgendwelchen Arbeiten!betriftt. Auch bei der Ausführung fällt ein gut Teil jeder Arbeit den Damen zu.. Das große Gebiet der sözialen Arbeit muß doch z. B. fast ausschließlich von den Mädchengruppen bearbeitet werden. Denn nur die Frau hat die rechte Liebe und das rechte Verständnis, die Geduld und die Ausdauer, wo es gilt, anderen Menschen helfend zur Seite zu

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