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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 21

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
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21 bildeten Mädchen in Fleisch und Blut übergegangensn Begriffe und Vorschriften von Moral und Ethik. Dies gilt beim Juden noch besonders durch die ihm vorgeschriebenen strengen Moralbestimmungen und der Verschiedenheit der Erziehungsgrundlagen zwischen Knaben und Mädchen. Das Mädchen wird im Jüdischen erzogen zur Haussrauenpslicht, der es später einmal als Esches Lhajil- Genüge tun soll. Vom Mädchen verlangt man nicht die tiesen Kenntnisse von Mischno und Gemoroh, dagegen Verlangt man von ihnen die Kenntnis der sür die Hausfrau notwendigen Vorschriften des jüdisch religiösen Lebens. Und von den gebildeten Mädchen eventuell die Kenntnis des Inhalts und die Literaturschönheiten des Tenach. Bekanntlich schreibt das jüdische Gesetz dem jungen Mann, der sich ein Mädchen zur Ehe sucht, nicht vor, daß das Mädchen schön oder sehr gelehrt sei oder Geld haben, sondern ausschließlich daß sein Vater ein Talmid Chochom sein muß. Diese Tatsache allein bürgt dem jüdischen Gesetze dafür, daß das Mädchen jüdisch erzogen ist, einen jüdischen Haushalt führen und ihre Kinder jüdisch erziehen wird. Von dem jungen Mann verlangt die. Tauroh aber ungleich viel mehr an jüdischem Wissen und Können. Beiden aber, sowohl dem Jungen als auch dem Mädchen, soll eines gelehrt werden, die jüdische Herzensbildung im Geiste der Tauroh und das danach Einstellen ihres ganzen Lebens. Wer seine Kinder in diesem Sinne erzieht, gibt ihnen zugleich den Maßstab dafür mit ins Leben, wieweit ein jedes von ihnen dem anderen gegenüber gehen darf. Im vorstehenden haben wir die prinzipielle Stellung nunmehr dahin erkannt, daß eine Trennung unter der Jugend nicht verlangt wird, im Falle des Zusammenseins aber durch das Gesetz selber, Lurch die verschiedenen Ziele, denen die Geschlechter zustreben, die natürlichste Scheidung gefetzt ist, und nun möchte ich versuchen, die Frage zu beantworten: Wie sollen und inwieweit sollen und können beide Gruppen zusammen tätig fein? Was ist überhaupt Ausgabe-der Agudas - Jisroel - Jugendorganisation? Ganz einfach die: 1. gründliche Ausbildung und Durchbildung der unter der Fahne der Agudas-Jisroel zusammengefaßten jüdischen Jugend; 2. die soziale Tätigkeit nach außen. Diese Aufgaben gehen sowohl Knaben als auch Mädchen an. Nur wird die Art der Durchbildung der Mädchen eine andere fein als beim Knaben. Die Mädchen sollen ihrem Beruf als jüdische Frauen entsprechend erzogen werden durch Zusammensein mit Gleichalterlichen,-sie sollen eine hausfrauliche Erziehung genießen, sollen nähen, Handarbeiten, kochen und wirtschaften. Wert ist auch m. E. auf ihre psychologische und pädagogische Durchbildung zu legen. Sollen sie doch einmal ihre Kinder erziehen, in ihr Seelenleben sich, vertiefen und. eine bestimmte Richtung der Erziehung anstreben und durchführen können. Sie sollten auch versuchen, sich medizinische Kenntnisse zu erwerben, sich vielleicht auch mit der Säuglings- und Schwesternpflege und deren letzteren Obliegenheiten ein wenig vertraut machen. Kurse in all diesen Dingen einzurichten, könnten und dürsten m. E. auch Aufgabe der A. I. — wenn auch natürlich nicht deren wichtigste — werden.

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