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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 19

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 19 (sequence 21)
Language
German
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19 sein. Aber was ist wehre Bildung? Bildung sich aneignen, heißt die einzelnen Kenntnisse, heißt olle Kulturwerte in Einklang zu bringen mit einer Weltanschauung: sie zu einem einheitlichen Weltbild zu gestalten, ׳unb׳ das wäre in unserem Falle das Weltbild der Thauroh. Was aber in unsere Häuser hineingetragen wurde im letzten Jahrhundert, das war eben keine Bildung, das war ein Kulturfirniß, der den Dingen aufgetragen wurde, eine.Talmi-Bildung, die nicht in die Tiefen dringen!konnte. Wenn wir Bildung bringen wollen in unsere jüdischen Häuser als Töchter und Frauen, die wir heute mehr!gelernt und vielleicht weniger Oberflächliches gelernt haben als eine Zeit vor uns, dann müssen wir zuerst zurückgehen auf die Geistesschätze unseres Volkes, müssen nach dem Gleichnis Rabbi Akibas, erst sicher werden in der eigenen Sphäre, ehe. die Kultursphäre der anderen uns wahr- Haft fruchtbar werden kann. Dann wird wieder jüdischer Geist in jüdische Häuser einziehen, dann wird eine alte Schuld gesühnt und zugleich ein uraltes Vorbild nachgeahmt werden. Von den jüdischen Frauen in Mizraim heißt es: Bisechus noschim zadkonios nigalu Jisroel mimizraim. Durch das Verdienst der frommen Frauen wurde Jisroel die erste Geuloh zuteil, die Erlösung aus ägyptischer Drangsal. In jener Zeit, so erzählt der Midrasch, da die MänNer draußen in hartem Kampfe den Versuchungen zu erliegen drohten, da sie unter dem Druck von außen ihr Innerstes und Bestes, ihr jüdisches Bewußtsein ausgeben wollten, da waren es die Frauen gewesen, die!das jüdische Volkstum erhalten hatten. Sie bewahrten in ihren Häusern den jüdischen Geist, sie gingen hinaus aus ihren Häusern zu den Männern und!Brüdern,, um sie den fremden Einflüssen zu entziehen, um sie beim jüdischen Volkstum zu erhalten. Auch unsere Brüder stehen heute in einem solchen Kampfe, unendlichen Versuchungen ausgesetzt, einem Druck, der sie so vieles aufzugeben zwingt, was bisher sie unauflöslich mit ihrem Volk verbunden. Da müssen wiederum die Schwestern und Frauen den jüdischen Geist festigen in jüdischen Häusern, damit sie den Gefahren trotzen, die gegen unser Volkstum anstürmen, da müssen wir die Brüder.draußen beseelen mit Liebe zu unserem Volke, unserem Geiste, aus daß es auch von unserem Geschlecht einst heißen wird: bis'chus noschim, durch das Verdienst der Frauen, der noschim schaananos, der bonos botchos wird, wiederum unserem Volke die Geuloh zuteil werden, bimheiro bald, bjomenu in unseren Tagen! Reicher Beifall lohnte dis trefflichen Ausführungen״ die begeisternden Worte von Frl. Ehrentreu. Frl. Jeidel, Frankfurt: Wir danken Frl. Ehrentreu für ihre schönen, zu Herzen gehenden Ausführungen. Kein Wort des Lobes will׳ ich sagen: ihre Worte haben!gewirkt und werden weiter auf uns wirken. Einen Punkt der Ausführungen, der auch noch in diesen Fragenkomplex gehört, hat Frl. Ehventreu einer anderen Dame überlassen, die diese Frage in einem besonderen Referat weiter ausführen wird. Ich erteile daher Frl. Ella Karo-Berlin das Wort zu ihrem Vortrag: - Die Zusammenarbeit von Jugend- und Müdchengruppen an einem Orte. Meine Damen! ״Ueber das Zusammenarbeiten der Jugend- und Mädchengruppen an einem Ort" soll ich!sprechen und die Frage, die ich in meinen folgenden Ausführungen beleuchten will, wird wohl verschiedene von Ihnen nicht-.interessieren, da ja nicht an allen Orten die

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