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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 18 (sequence 20)
Language
German
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— 18 weil wir an den .Heranwachsenden speziell jüdische Erziehungsarbeit Leisten , müssen, den uns vielfach entgegenarbeitenden Einfluß der ׳Schule . paralysieren, eine wirklich jüdische Jugend Heranhilden sollen. Diese soziale Arbeit in Kindergärten und Horten wird uns aber .auch mit einer anderen Frage in Berührung bringen, die ich schon ''damit angedeutet habe, daß wir es hier vor allem mit ostjüdischen Kindern zu tun haben werden.. Aus die große ostjüdische Frage einzugehen, kann natürlich hier nicht der Platz sein; sie wird vielleicht in ’ den Debatten des Bundestages berührt und kann auch dort nicht gelöst . werden. Aber in diesem Zusammenhang möchte ich nur darauf hinweisen, daß es in unserem Verhältnis zu der ostjüdischen Bevölkerung, die in unseren westeuropäischen Städten lebt, noch vieles zu klären, zu verbinden gibt. Hier kann Frauenhand und Frauengefühl manche Brücke schlagen, hier muß der Weg von den Kindern, die uns anvertraut sind, zu den Eltern führen, zu den Frauen, die in den fremden . Verhältnissen so oft der Schwesternhand bedurft hätten. Vor allem aber müssen wir die Mädchen, die Altersgenossinnen unserm Kreise zusühren und zwischen ihnen und uns mit vielem Takt ein Verstehen Herstellen, eine innere Gemeinschaft. Wenn auch in kleinem Maßstab, so können wir hier doch unseren Kräften entsprechend Mitarbeiten an dem großen Werk der Einigung von Ost und West, von der, wie wir uns alle bewußt sind, so vieles abhängt für das Schicksal unseres Thora-Judentums. Damit erstreben wir aber auch schon eine dritte Einheit an, unser letztes Agudoh-Ziel: die nationale Einheit, das' Bewußtsein unserer Volksgemeinschaft. — Wir sind uns heute alle bewußt, daß wir in unserer Agudoh nationaljüdische Arbeit zu leisten haben, national-jüdisch in unserem Geiste, in dem Sinne, in dem der Begriff der ״Gesetzesnation" geprägt wurde. Ob diese Strömung in uns Junge hineingetragen wurde von außen, von einer anderen Bewegung, ob wir da vielleicht unter dem Einfluß einer Zeitströmung stehen, wir fragen nicht danach, wir.wissen und wir wollen es uns immer bewußt bleiben, daß wir damit nichts Fremdes in unser Thauroh-Iudentum hineintragen, daß wir hier nur wieder zuführen, was ursprünglich als etwas Selbstverständliches in ihm enthalten war, den volksverbindenden Geist in allem jüdischen Leben. — Und auch hier kann die Frau ihren Anteil fordern an der gemeinsamen Arbeit, ja hier Habens die jüdischen Zrauen eine schwere Schuld zu sühnen, die von ihnen am jüdischen Geiste begangen wurde. Wenn im vergangenen Jahrhundert, in der Zeit der Emanzipation und Assimilation, der Volksverbundene jüdische Geist vielfach aus unseren Häusern geschwunden!, wenn die deutsche Schule alles und der jüdische Unterricht nichts mehr bedeutet hat, wenn die Kunstzeitschrift das Ehumisch vom Schabbos-Tisch verdrängt hat, wenn das englische und französische Fremdwort an Stelle des jüdischen Zitats getreten ist, wenn so viel Neues, Fremdes in unsere.Häuser eingedrungen, selbst in die Häuser, in denen! die Thauroh noch Maßstab, und oberstes Prinzip ist, dann trägt die jüdische Frau den größten Teil an dieser Schuld; denn sie hat von jeher dem Haus die Seele gegeben. Ich möchte hier nicht mißverstanden werden; ich wäre die letzte dazu, gegen Kulturwerte zu sprechen, welche die Völker und wir mit ihnen zur Bereicherung der ganzen Menschheit geschaffen, nicht gegen die. große allgemeine Bildung möchte ich sprechen, im Gegenteil, wahre Bildung sollte immer in unseren Häusern, in -unserer Erziehung .angestrebt werden, sie soll der Stempel des wahren jüdischen Hauses

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