Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 17 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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müssen wir natürlich zuerst in -unseren eigenen Reihen Herstellen, inunserer Agudoh selbst. Es bieten sich -gerade hier so oft Schwierigbeiten, Hemmungen ^persönlicher oder auch sozialer Art, die den Geist der Verbundenheit nicht auskommen lassen, der allein uns beherrschen sollte. Es bedars dazu wohl jahrelanger gemeinsamer Arbeit. Und ich kann sagen, die frohesten Stunden, die Stunden, in denen wir uns dem Ugudo-H-Ziel am nächsten fühlten,, haben mir an den Abenden verbracht, an denen wir Mädchen gemeinsam uns an der Hand des Jeschurun oder anderer Zeitschriften über die Fragen aussprachen, die uns alle bewegen, für die wir alle eine Lösung suchen. Da ward uns bewußt, welche Förderung uns aus -gemeinsamer Arbeit fließt, die Verantwortlichkeit, die wir gegenseitig für unsere Entwicklung tragen. Im Zeichen einer solchen inneren Gemeinschaft soll alle Geselligkeit in unseren Gruppen stehen. Die geselligen Veranstaltungen gewinnen ja. in den Mädchengruppen eine besondere Bedeutung: sie bilden dann auch das Bindeglied zwischen Mädchen-- und- Jugendgruppen. Auf das Verhältnis dieser Gruppen zueinander einzugehen, soll Gegenstand eines anderen Referates sein. Hier in diesem Zusammenhang ergibt es sich von selbst, -daß ein solches Zusammenarbeiten ganz besonders bestimmt sein muß von den geistigen Gesichtspunkten unserer großen Sache, vom Standpunkt der Selbst-erziehung, der Entwicklung aneinander, der Verantwortung füreinander. Dieses Prinzip, das Prinzip ״Kol Jisroel arevim se lose" wird natürlich dort vor allem wirksam, wo die -eigentlich sozialen Aufgaben liegen, soweit sie im Rahmen der Jugendorganisation und hier vor allem von den Mädchengruppen geleistet werden sollen. Die Organisation der -Audas Jisroel ist kein Zweckverband, das ist oft betont worden, aber wo Aufgaben für das Klal Jisroel zu lösen sind im Sinne der Thauroh, da ist das Arbeitsfeld der Agudoh, und wo diese Aufgaben Frauenhünde fordern, wo sie an ein Frauengemüt appellieren, da sollten sich die Mädchengruppen in den Dienst des Klal stellen. , Ich möchte nicht die einzelnen Arbeitsgebiete aufzählen, die sich hier nach Ort und Zeit verschieden in mannigfaltigster -Weise ergeben können. Es sind auch diese Aufgaben von den einzelnen- Gruppen schon a-us-gegriffen worden -und im -Rahmen der örtlichen Verhältnisse und Möglichkeiten muß diese soziale Arbeit unserer Mädchengruppen immer bemessen sein. In den- Landgruppen, dort, wo wenig Wohltätigkeitsvereine, oft noch nicht einmal Frauenvereine bestehen-, werden vielleicht auf dem Gebiet der Armenpflege dankbare Auf- -gaben erwachsen. Dagegen- -haben wir uns in den Städten von selbst mehr der Kinderfürsorge zug-ewandt, die trotz -aller sozialen Einrichtungen der Großstädte der jüdischen Arbeit in unserem Sinne und Geist noch ein weites Feld läßt. Es bestehen schon anvielen Orten Agudoh - K in d e r gä r t e n und viele werdennoch zu gründen sein, wo die bestehenden nicht in unserem Sinne -geführt werden. Hier möchte ich auch eine Anregung geben, die uns auf diesem Gebiet weiterführen kann — die Einrichtung von Kinderhorten. Es handelt sich dabei um die Beaufsichtigung der Schulpflichtigen während der schulfreien Zeit und vor allem um die Ueb-erwachung der Schularbeiten. Be! relativ geringen technischen--und finanziellen -Schwierigkeiten erwächst -uns hier ein dankbares Arbeitsfeld, weil wir nicht nur soziale Arbeit leisten werden, indem wir jüdischen Kindern — und es wird sich meist um ostjüdische Kinder handeln — die Aufsicht -des Eltern- Hauses ersetzen, das Fortkommen in der Schule ermöglichen, sondern