Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 4 (1918)
- Issue
- 8 (8.1918)
- Date
- 1918-08-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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9 schlossen werden. Die Mitglieder der Familie haben kaum noch Platz in ihrer eigenen Wohnung .... Ich habe gehört, Engels wünschen sich, das ganze Jahr fei Bundestag!! ■_ Quariicrbureati. Ein tanger, langer Tisch mit Listen und Programms und Brotmarken und buntschillernden Eßkarten. Dahinter vier Würzburger Damen —, ״die Damen! vom Dienst" —, mit strenger Amtsmiene, bereit jeden und sei es auch der kleinste Verstoß mit unnachsichtlicher Strenge zu ahnden. Etwas seitwärts — er vermeidet ja jede Karteilierung — hat der B.J.A. ein Tischlein, wo auch er seine Bundesbrüder bewillkommen will. Dazu Menschen, meistens solche die zur Füllung des Lokals beitragen ober aber, die ihre Neugier befriedigen und sehen wollen, wer denn wohl noch kommt. Und — nicht zuletzt — unsere lieben Würzburger Kleinen, die stolz erhobenen Hguptes mit ihren rot-weißen Schleischen durch die Welt wandeln — so sieht das Quartierbureau aus. Und die vier Damen hinten am Tisch unterhalten sich eifrigst und freuen sich der Leute, die da kommen werden und der V.I.A.- Vertreter bleibt auch nicht stumm dazu.—, soweit geht die Kartellgegnerschast nun wieder nicht. — Die lokal füll enden Herrschaften wissen auch, wozu man seinen Mund gebraucht, wenn man nicht gerade ißt, und unsere lieben rot-weiß beschleiften Kleinen lassen ihren Hellen Stimmchen gar lustig freien, ja freiesten Lauf. So hört sich's im Quartierbureau an. Und wenn nun gar ein Zug kommt, der Gäste mitbringt, und es kommen dauernd Züge, und alle speien sie Agudisten aus —, dann wird das Bild erst lebhaft! Anschließen! heißt es, anschließen, wie beim Eiereinkauf. Nur nicht drängen, jeder wird bedient. Links angefangen rutscht man also vermehrt um Eintrittskarten und um Quartierschein allmählich zur dritten, zur Eßstation. Hier wird die Sache schon schwieriger. Brotmarken müssen abgegeben, Abendkarten bezahlt, Eßzeiten eingetragen werden. Da gibt es Sonderwünsche, da will man mit seiner Cousine zusammenessen, kennt aber die Anmeldenummer der Cousine nicht, da will einer essen, wenns das Meiste und Beste gibt, da hat einer keine Brotmarken, ein zweiter nur einen Tausendmarkschein, den er nicht!gewechselt bekommen kann (wer glaubt das?). Kurz, die ״Eßdame" ist nicht zu beneiden. Und die Menschen drängen, überspringen die erste, oder die zweite oder!gar beide Stationen, nur die dritte, die vergißt keiner! Und wenn dann gerade so ein schlimmer Zug ankommt, wie z. B. der Kölner am Montag nachmittag, der schwarze Haufen Agudisten mitbringt, dann muß ein besonderer Agudo - Schutzmann an gestellt werden. (Vielleicht richtet unsere Organisation Spezialkurse zur Ausbildung solcher Schutzleute ein, damit wir beim nächsten B.T. nicht mehr in Verlegenheit kommen). Jeder glaubt auf Grund irgend welcher Bekannt- und Freundschäften früheren Einlaß beanspruchen zu dürfen und nur ein Mann mit eisernem Herzen kann diesen flehentlichen Bitten seiner lieben Agudoschwestern widerstehen. Aber das Warten ist auch ganz nett, man trifft alte Bekannte oder lernt neue kennen, man unterhält sich, begeistert sich an dem