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Blätter · 1918-08-01 · 8 (8.1918) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
8 (8.1918)
Date
1918-08-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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7 ruhigem Blut und eiserner Tätigkeit entwickelt sich doch alles noch nach Wunsch. Ein Wirt findet sich, der nicht fürchtet, von den vielen hundert norddeutschen Mäulern verschlungen zu werden. Wohnungen werden gesucht, die ganze Würzburger Mädchengruppe ist auf den Beinen und sammelt Betten, Sofas und ähnliche Gegenstände. Die Vorbereitungen werden mit Hochdruck betrieben, alles hilft, was Hände und Beine hat (wenn auch nur das Bureau füllen), kurz: Ganz Würzburg steht im Zeichen des B.-T. des A.-J.-J.-O. Und als ein herrlicher Abend den 28. Juli schloß,׳ und die׳ Sonne sich! zur Ruhe legte, da war alles, aber auch alles bereit, die Gäste zu empfangen, den Bundestag zu eröffnen. Das Würzburger Bureau. Kinder, ich muß ein Bureau haben, unbedingt einen Raum haben, wo ich und meine Helfershelfer schuften können. Was es ist, ist ganz egal. Vorder- oder Hinterhaus, Keller oder Dachboden, nur ich muß sofort etwas haben! — Alles sucht und fragt und bemüht sich. Aber in unserer Zeit des Wohnungsmangels ist das sehr, sehr schwer. Und jetzt sieht man wieder, daß jedes Ding sein Gutes hat, selbst die Schuhknappheit. Die Leute mußten nämlich wegen Ueberfluß von Schuhmangel — manche sagen auch wegen Mangel an Schuhüberfluß — ihren Laden schließen, und so wurde aus der Schuhverkaussstelle das Tagungsbureau. Der Raum wird neu hergerichtet. Frisch getüncht wird gerade, und der Gips liegt faustdick auf dem Boden. Weiß wird man überall. Aber begeisterte Agudojugend läßt sich gerne etwas weiß machen, wenn es gilt, für unsere Sache zu arbeiten. Eine alte Dame stellt freudig das Möblement zur Verfügung, ein braver Würzburger Agudist eine Schreibmaschine, jeder Mitarbeiter bringt sich selbst einen Stuhl mit, und 1 Stunde nach der Miete des Lokals ist es schon feste in Betrieb. Wird schon Post diktiert und geschrieben, werden Listen gemacht, Eintrittskarten ausgestellt re. re. Und draußen am Schaufenster leuchtet es noch immer in grellroten Buchstaben: Sp e z ia lp rei s e! Jedes Paar Mk. 18.5 0. Aufbruch zürn Bundestag der A.I.I.G. Montag um die Mittagszeit am Hauptbahnhof. Um nur nicht zurückbleiben zu müssen, sind sie schon reichlich eine halbe, manche gar eine volle Stunde vor Abfahrt des Würzburger Zuges aus dem Bahnsteig, die Pilger ins gelobte Bayernlandl zum Bundestag der Aguüas-Jisroel-Jugendorganisation. So mancher ist dabei, der sich vorsorglich mit einem ansehnlichen Proviantvorrat beschleppt, die meisten aber bringen nur einen großen Packen hoher Erwartungen und froher Begeisterung mit. Ein lebhaftes gegenseitiges Begrüßen zwischen alt und jung; wir sehen neben den Jüngsten, kaum der Schule Entwachsenen, in Klall-Jisroel-,Arbeit ergraute Führer der Agudoh: außer zahlreichen Damen und Herren der Jugendgruppe Vertreterinnen und Abgeordnete befreundeter Vereine, darunter Kaufleute, Akademiker, Studentinnen, Hochschüler, Jeschiwajünger, alle

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