... Bericht der Jüdischen Haushaltungsschule zu Frankfurt a.M. für die Zeit vom ... bis ...
- Journal
- ... Bericht der Jüdischen Haushaltungsschule zu Frankfurt a.M. für die Zeit vom ... bis ...
- Volume
- 10 (1907-1909)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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6 bleichsüchtig bei uns eintraten, haben die Anstalt bedeutend gekräftigt nach 6 Monaten verlassen, bei Eintritt und Austritt stellten wir das Gewicht der Schülerinnen fest mit dem befriedigenden Resultat, daß eine Durchschnitts-Zunahme von 6,9 Pfd. pro Schülerin erzielt wurde. Dieser sanitäre Erfolg ist sowohl der kräftigen Kost in der Schule wie auch der gesundheitsfördernden, häuslichen Arbeit zu danken, denn sicher ist für das in der Entwicklung begriffene junge Mädchen die vielgestaltige häusliche Arbeit, die oft zwischen Ruhe und Bewegung wechselt, ungleich gesünder wie das ständige Sitzen vor der Näh- oder Schreibmaschine. Außerdem tragen auch unsere außerordentlich gesunden und geräumigen Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräume viel zu den guten sanitären Verhältnissen bei; diverse Abbildungen unserer Schlafräume, Küche und Waschküche sind dem Bericht beigefügt. In den abgelaufenen 2 Geschäftsjahren haben wir 54 Mädchen ausgebildet, von denen 44 in Stelle gingen, die andern verwerten die erworbenen Kenntnisse im Elternhaus. Im Ganzen haben bis jetzt 320 Schülerinnen unsere Anstalt besucht, die meist in häusliche Stellungen eintraten, ein großer Prozentsatz, etwa 60 davon haben sich schon verheiratet, gewiß ein Beweis, daß die ehemalige Hausgehilfin viel leichter zur Ehe kommt wie die in anderen Berufen stehenden Mädchen. Denn die jungen Mädchen können sich in häuslichen Stellungen nicht nur meist eine nicht unbeträchtliche Mitgift und eine schöne Aussteuer ersparen, sondern von der Tüchtigkeit der ehemaligen Hausgehilfin darf der Bewerber eine sparsame und vernünftige Wirtschaftsführung erwarten, die ihm die häuslichen Sorgen erleichtert. Die Anstalt bildet auch die ihr anvertrauten Schülerinnen in all den Obliegenheiten aus, die sie sowohl in häuslichen Stellungen, wie auch als Gattin zu verrichten