Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 4, 5 und 6 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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9 Verwichenen Samstag als den 1. Decembris wurde ein Jüdischer Jüngling mit tarnen B er man und Zuname Lehman, alt 22 Jahre, in der Kirche des Academischen ■Collegii Soc. Jesu von P. Josepho Franz S. J. getauffet. Er wäre hier Orts gebürtig, wol gesittet erzogen, und in dem Judentum, und vornehmlich in der Heil. Schrift wol erfahren, welche Erfahrnuß vieles zu seiner eifriger Bekehrung beygetragen hatte, daß er ohne Rücksicht auf etwas Zeitliches, woran es ihm nicht gebrache, zu dem Licht der Christlichen Wahrheiten gelangete. Sein hoher Taufpathe wäre der Durchleuchtigste, hochgeborne Fürst und Herr Henricus Herzog zu Münsterberg und Frankenstein in Schlesien, des Heil. Römischen Reichsfürst von Auersperg, gefürsteter Graf zu Thengen, Graf zu Gottschei und Wels ..., Obristerblandmarschall und Obristerbcammerer im Herzherzogtum Crain, und der Windischen Markt, Ritter des goldenen Vließes, der Rom. kaiserl. königl. Majestät würcklicher geheimer Raht und Obriststallmeister. Die Taufnamen, welche obbenannten Jüngling Lehmann beygelegt wurden, waren Henricus Joannes. (Wiener Diarium, 1759, Nr. 98.) Nachträge und Ergänzungen zu früheren Schriften. Von Dr. Bernhard Wachstein (Wien). I, Das Testament der Baronin Eleonora Wetzlar v. Plankenstern. Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen I, 1913 Nr. 2—3, S. 4—9 — S. A. 8 Seiten. Zu S. 5—6 (S. 3—4 im S. A.) wurde ich von einem Verwandten der Wetzlarschen Familie auf das Totenprotokoll vom 3. September 1793 im Archiv der Stadt Wien aufmerksam gemacht, welches lautet: ״Wetzlar Hochg. Herr Karl Freiherr von Plankenstern, vereh., von Offenbach im Reich gebürtig, ist im Hause Nr. 268 am Kohlmarkt a. d. Entkräftung beschaut worden, alt 83 Jahre.“ Nach der Eintragung in den Matriken der Pfarre St. Michael in Wien wurde er am 4. September auf seinem Gute Schönkirchen in Niederösterreich begraben. Von derselben Seite wurde ich weiters auf das Totenprotokoll vom 21. September 1831 aufmerksam gemacht, wonach Wetzlars Tochter ״Caroline Gräfin Triangi [Testament § 12], Oberstleutnantswitwe, 68 Jahre alt, aus Bamberg in Bayern, an der Cholera am 21. September 1831 im Hause 353 Stadt, hohe Brücke, gestorben“ ist. Abraham Wetzlar wäre demnach 1716 in Offenbach (sicherlich Offenbach am Main bei 'Frankfurt) geboren und 1763 in Bamberg in Bayern wohnhaft gewesen. Nach diesen wohl sichern Daten ist Wurzbach 1. c. zu berichtigen. Die Unterschrift seines Sohnes auf dem Statut der Chewra Kadischa stammt nicht aus der Zeit der Gründung (siehe S. 10), :sie darf jedoch nicht später als 1779 angesetzt werden. Prof. Dr. Porges hatte die Güte, mir (7. Mai 1913) folgendes mitzuteilen: Der vornehmste Wetzlar um 1750 war Isaac Wetzlar aus Celle, der Verfasser der Hs. Neu- Lauer 743 ליבם כריב. P. besitzt ebenfalls eine Kopie dieser jüdisch-deutschen Hs. Daselbst p. 17 b heißt es: דש איך ניט אליין מיין פרנסה בכבוד זאגדרן ת״ל ב״ה וב״ש הגדול זול כין כבוד ־ בייא אל מיינה שררות אונד חשובים האבי, דש מיר איין יעדר דער מיך אונ׳ מיין אום גאנג קענט, ווערט מוזין מעיד זיין אפשר אונטר ק׳ אלפים ב״י אין דיזן גלות זא פיל חן וכבוד בין השררות ותקיפים ניט הוט גלייך איך וועסט וועגין איך איין בזונדרי תפלה פר אדונינו מלך יר״ה אונד זיינה יועצים וכל השררות קונציפירט הבי■. Die Hs. ist 1743 verfaßt. Da der Vatername Abrahams aus unseren Quellen nicht bekannt ist, so kann nicht festgestellt werden, ob Isak der Vater oder sonst ein Verwandter unseres Abraham ist. Die Stelle ist jedenfalls für die Auffassung, die ein Hoffaktor im 18. Jahrhundert von seiner Stellung hatte, charakteristisch. S. 7, n. 12 (=S. A., S. 5, n. 12). Zu Arje Jehuda Löb ha-Cohen vgl. noch Kaufmann Ges. Schriften III, S. 225, n. 4, wo die Herkunft ״Trebitsch“ nach unserer Quelle zu ergänzen ist. Zu dem in Note 13 genannten G. G. Uffenheimer, sowie zu Eisik Schlüchtern und Angelus Sinzheimer (im Text) vgl. Wachstein, Inschriften II, Index. S. 9, Z. 10 (= S.-A. S. 7, Z. 6 von unten). In meiner Vorlage der Name des Sohnes ausgelassen. Offenbar ist es der damals noch lebende Sohn Franz (Testament § 17). Druckfehler (im S. A. verbessert). S. 5, n. 4, statt ab lies ib; n. 5, Z. 2, statt müßten lies müßte; n. 7, statt Maaamar lies Maamar; n. 8, Z. 2, statt Zebachun lies Zebachim; Z. 3, statt כעה lies כעת; S. 6 Z. 2, unter dem Bilde, statt Leonora lies Eleonora; Z. 29, statt Gedachten lies gedachten; Z. 11 von unten, statt verstorbenen lies verstorbene; n. 10, lies ברוב עשרה בחרה להיות בינון ואנחה•; S. 7, Z. 2, statt Leonore lies Lea1); n. 13, Z. 8, lies Geonim; n. 14, statt beim lies bei. 0 Die Widmung lautet: זה סדר התפלה נדבה קודם פטירתה מן העולם הזה הקצינה האלמנה מרת לאה באראנין פאן וועצלאר לבית תפלת ישראל פה ווין בשנת תקע״ג לפ״ק ובשכר זה תנצב״הin