Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 4, 5 und 6 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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8 Vier Monate und drei Tage später fanden schon die Verhandlungen über den Nachlaß vor dem zuständigen Gerichte in Moor statt. Gottlieb Saphir, der bei Abfassung des Testamentes an sein nahes Ende nicht dachte (siehe § 2 und 15), fand am 8. November 1832 auf der Straße in Pest einen plötzlichen Tod und wurde daselbst begraben.1) Von den Erben erklärten Israel im eigenen und im Namen seines Bruders Moriz sowie Else, geborene Saphir, mit dem letzten Willen ihres Vaters zufrieden zu sein, wohingegen Leopold die Annulierung verlangte. Trotzdem kam 8 Tage später eine Einigung zustande. Auch diesmal wird M. G. Saphir von seinem ältesten Bruder vertreten.2) Nachrichten über Convertiten im 18. Jahrhundert. Mitgeteilt von Max v. Portheim (Wien). Prag, den 21. September wurde Jehoschua Falk oder Falkleederer, vormaliger Primator der ganzen jüdischen Gemeine im Königreich Böhmen, der die Würde des höchsten Rabinats getragen, im 57. Jahre seines Alters in der Schloßkirche allhier getauft. Fortgesetztes Eckhardtisches monatliches Tagebuch. Zittau, 1770, S. 174. Brün den 10. Christm. (1775). Am zweyten Sonntage im Advent ist bey den hiesigen W. W. E. E. P. P. Augustinern, in dem ansehnlichen Gotteshaus St. Thomas, eine der rührendsten Handlungen vollzogen worden, welche jemals auf die Herzen unserer Innwohner einen frommen Eindruck machten. Der ehemalige Jud Benjamin Moyses Honig, ein Sohn des Moyses Löbl Honig, Pächters und Generaldirektors der k. k. Tabakgefällen in Wien, ward endlich nach einem 20tägigen Aufenthalt in besagtem Kloster, und von dem dortigen wohlehrwürdigen Ordenspriester Michael Grüber, erhaltenen gründlichen Glaubensunterrichte zum Tröste der Christenheit durch das geheiligte Taufbad der allein seligmachenden Kirche einverleibet und zum Miterben Jesu Christi gemacht; nachdem er bevor sowohl die Zärtlichkeit für seine noch ungläubige Gattin, als die hastigen Bemühungen seiner Widersacher, und mancherley glänzende Aussichten aus Liebe zur Wahrheit und seines Seelenheils mit heiliger Grosmuth überwunden hatte ... Nach vollendeter Kanzelrede ... erschienen Se. Exzellenz der Herr Landeshauptmann Graf Christoph Blümegen... unter Begleitung aller Ständischen Beamten; sodann folgte des Herrn Landeshauptmanns Gemahlinn Antonia, welche beyde ... die Pathen des Täuflings waren. Der ganze hohe Adel beyderley Geschlechts, die hohe Generalität, die Herren Staabs- und Oberofficiers und eine unzählbare . . . Menge der Leuten ... gaben dieser heiligen Handlung die glänzendste Verherrlichung . . . Der Glaubensneuling empfieng die Namen Christoph, Anton, Matthäus Bienenfeld. Wiener Diarium, 1775, Nr. 100. In der kaiserl. königl. Hofkirchen deren W. W. E. E. P. P. Augustiner Barfüßern ist in Gegenwart zahlreicher Volksmenge, ein Jud Namens Samson Mandl, 23 Jahre alt, von Mißlew aus Mähren gebürtig, unter Aßistenz des Herrn Franz Conrad Briscelance, Hofkaplan, Hof- und Burgpfarrer, Theologiae et Linguae Hebraicae Professor, mit gewöhnlichen Ceremonien getauffet worden. Taufpathen waren Josef Graf Herberstein, Hieronymus Mannhard, Ferdinand Augustin Braun . . . und seynd ihm in der Heil. Tauf die Namen Josephus, Hieronymus, Antonius, Augustinus Steinhard beygeleget worden (28. XII. 1755). Wiener Diarium, 1755, Nr. 150. J) Freundliche Mitteilung des Herrn Dozenten Dr. Alex. Büchler d. d. Keszthely, 14. August 1918. Demselben Forscher verdanke ich noch einige Daten über die Persönlichkeit Gottlieb Saphirs. Gottlieb wurde in Csör, einem Dorfe in der Nähe von Stuhlweißenburg, am 6. Dezember 1763 geboren. Sein Vater (Saphirs Großvater, dem er den jüdisch-deutschen Josephus, d. i. den Josippon vorzulesen pflegte. Memoiren, S. 23) hieß Israel (hiernach Wurzbach, 28, S. 213 ״Sein Vater [Moriz Gottlieb Saphirs] Gottlieb, eigentlich Israel“ richtig zu stellen. Die Mitteilung daselbst über den Namen Saphir erscheint mir unglaubwürdig, da die frommen Juden in der Regel keine Ringe trugen), seine Mutter Schöndel. Er besuchte die Talmudschule Meir Barbys in Preßburg, wo er die Bekanntschaft seiner späteren Frau Charlotte Brüll, die den jüdischen in der Familie Brilin häufigen Namen Chaile führte, machte. Seine Erklärungen über verschiedene Talmudstellen sammelte G. Saphir unter dem Namen בן זקנים. Das Vorwort zu diesem Werke, das ungedruckt blieb, ist in Moor an dem Tage wo er sein 62. Lebensjahr vollendet hatte, niedergeschrieben. Für sein Verhältnis zu seiner zweiten Frau ist folgende Stelle im Vorwort charakteristisch: וכעת אזכרה הסדי ד׳ כי לא תמנו ועזרי מקודש האשד, אשד נתן עמדי בזיוג שני ה״ה זוגתי הצנועה וחסידה ומפורסמת מ‘ שרה תי׳ כת תלמיד הכם המנוח הרבני המפורסם בקצוי ארץ .ואיים רחוקים שמו נודע בשערים מרה נפתלי מאאר זצ״ל לא אוכל ספורות איך היא לי לעזר ולהועיל בכל אופנים כי נחלתי ונדכתי זה כמה שנים שעברו ויד ה‘ ננע בי ושת בסד רגלי לא אוכל לצאת ולבוא והנה אנכי יושב אוהל והיא שולחת ידה לכוס הישועות אל המחיה ועל הכלכלה אתה ה׳ שלם לה שכרה,.. Sara Saphir starb über 86 Jahre alt am 15. Dezember 1842 in Moor. *) Die Verhandlungen (in deutscher Sprache) füllen die vierte le&r gebliebene Seite des Testamentes aus._ - ...—