Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 1-3 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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25 nähme einer Zeile durchgestrichen; bei einigem Bemühen aber ist bis auf zwei Worte alles deutlich. Aus technischen Gründen wird hier eine wörtliche Uebersetzung gegeben, die Abkürzungen sind dabei aufgelöst. 1. (fol. Ii.) Womit der Herr begnadet hat seinen Knecht, den jungen und den verächtlichen und niedrigen der Menschen, Elia, Sohn des Rabbi Ascher des Leviten, sein Andenken zum Segen, aus dem Dorfe Ipsheim, 2. (fol. 143JL) Meine Frau Mutter, die fromme und die würdige Frau Hendlin, die leben möge, ist in ihre Welt gegangen am Tage des grossen Sabbats, zehn Tage im Monate Nissan des Jahres 252 nnch der kleinen Zählung und sie ist gestorben in der Provinz . . , in der heiligen Gemeinde . . . und sie ist begraben worden in der heiligen Gemeinde Frankfurt. Der Herr, gelobt sei er, möge ausfüllen ihren Verlust und die Verluste ganz Israels in seiner Barmherzigkeit und in seinen Gnaden. Amen, so sei der Wille. 3. (ib.) Mein erstgeborener Sohn, meine Kraft und der Erstling meiner Stärke, der köstliche, ist mir geboren worden in einer guten und heilbringenden Stunde und mit gutem Glück — Amen, so sei der Wille — am Tage des Sabbats um 22l'/2 Uhr, am 9. des Monates Elul, Jahr 5255, und ich habe seinen Namen genannt Jehuda der Levite — ihn behüte sein Hort nnd sein Erlöser — der bezeichnet wird Lew(a), wie der Name des Vaters seiner Mutter, sein Andenken zum Segen. Und seine Zählung: „Jehuda1) ist geboren den 7. Tag, 9. Elul" gibt 255. Der Mann, der uns hier über die Jahrhunderte hinweg Einiges aus seinem Leben sagt, ist kein Anderer als Elia Levita, der vielgepriesene „jüdische Lehrer der Christenheit" im Zeitalter des Humanismus. Die Hand der Eintragungen ist identisch mit der des achten Stückes in cod. hebr. 47 der Hofbibliothek (Krafft-Deutsch, Die handschriftlichen hebräischen Werke der k. k. Hofbibliothek zu Wien, Nr. 131, S. 144 f), das Elia im Frühjahr 1503 geschrieben und am Ende mit einem jeden Zweifel ausschliessenden Gedicht versehen hat. Auf die formalen Härten, die sich an zwei Stellen finden, sei kurz verwiesen. Elia wendet für die verstorbene Mutter infolge der Gewohnheit die Euphemie an, die nur für Lebende gilt, und er begeht einen Verstoss gegen die Grammatik (in der dritten Eintragung, «.vgl, die vergrösserte Reproduktion, letzte Zeile links). Wichtiger als diese Äusserlichkeiten2) ist der Inhalt, zu dem Folgendes bemerkt sei. 1. Als Geburtsort Elias galt bis jetzt Neustadt an der Aisch in Mittelfranken Quelle dafür ist Sebastian Münster in der Epistola nuncupatoria zum Opus Grammaticum Consummatum : . . . qui tarnen natus fuerat in 1) Mit Älef geschrieben. Die Buchstabensumme stimmt: 26 + 90+56+7+9 + 67 2) Die kalendarischen Daten sind richtig. Liest man aber, was nicht unmöglich ist, in der zweiten Notiz 253, so wird das Datum falsch; in diesem Jahre war der 12. Nissan am Samstag.