Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 1-3 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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21 wider die Sectischen zwey Tractat verfertigt, sie auss den Vorvättern, so noch vor Christi Geburth gelebt, verlassnen Hebräischen unnd Caldeischen" unnd auss ihren Cabalisten-Buechern zue überweisen. Item ist durch mich das ganntze neue Testament inn die Hebräische Sprach vertiert, aber nit inn Truckh geben worden, welches zuvor nie beschechen, sonndern allain inn Assyrischer Sprach durch den Plantinum zu Antwerpen aussganngen. Ferner so bin ich willens vill mysterialischer Büecher, welche die Alten gar verdeckht, und dunnckhel geschrieben, inn Hebräischer und Caldeischer Sprach, unnd doch vonn der Theologia hanndeln der Catholischen Religion zue Stärckhung inn die Teutsche Sprach zue brinngen; dann dieweill mich Gott so wunnderbahrlich errettet hatt, so wollt ich die übrige Zeit des Lebens nicht gern vergeblich zuebrinngen. Weil ich aber der Zeit zue meinen güettern nicht khommen khann, wuerde ich gedrunngen Euer Rom. Kais. May. als Obristen Schutzherrn aller guethertzigen Christen unnderthennigist zue bitten, die wollen mir zu meiner notwendigen ehrlichen Aufennthalltung ain Jährlichs Deputat, dabey ich auch ainen Studenten, dessen ich inn schreiben nit wohl gerathen khann, bey mir erhalten khunndt, aintweder bey dem Vitzthuemb- oder Salzambt allhie genedigst verordnen, damit ich desto füeglicher die vorhabenden Büecher inn Truckh verfertigen, unnd auch Euer Khayserl. May. Ursach geben mechte mit mir genedigist zue gebiethen, etwas auss der Hebräischen oder Caldeischen Sprach zuer auferbauung unnd bestättigung des Christlichen Glaubens anns Liecht zue brinngen, welliches ich mir zwar mit Hülff Göttlicher Gnaden zue verrichten getrau. Darumben ich auch meine Testirnonia vonn Königen, Füersten, Bischoffen, und anndern Potentaten hierbey inn Abschriften füerlegen thue. Bin demnach zue Euer Rom. Khay. May. der unnderthennigisten Zuversicht: die werden mir als seiner Güetter beraubten mit Khayserlichen Gnaden erscheinen, unnd die begehrte . Unnterhaltung alkrgenedigist verordnen. Daran erweisen Euer Khayserl. May, die höchste Wohlthatt von Gott, unnd der heilligen Religion ain sehr nutzliches Werckh, welches der Allmächtige Gott allhie unnd inn jener Welt belohnen wirdt. Will es auch umb Euer Rom. Khayserl. May. mit meinem diemüethigen Gebett aller Müglichkhait nach inn höchster Diemueth zue verdienen beflissen seyn, mich Demselben zu Khayserlichen Gnaden ailernunterthennigist befelchend. Euer Röm Khay. May. 9. Aug. 1583. Allerunterthenigister Elchanon Paulus von Prag. Diese Bittschrift ist aus mehr als e i n e m Grunde recht interessant. Sie enthält vor allem manche bisher unbekannte biographische Einzelheit, sowie Mitteilungen über seine Familie und seine Familiensorgen. Beachtenswert