Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 1-3 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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20 Er begab sich dann nach Passau, wo er beim Bischof eine dauernde Versorgung erstrebte, aber nicht fand. Bald ist er wieder in Wien, wo ihn die Not dazu antrieb, folgendes Gesuch an Rudolf II zu richten: Allcrdurchleuchtigistcr unüberwindlichster Römischer Khayser! Allergenedigister Herr Euer Rom. Khayserl. May. werden sich Zweifels ohne allergenedigist zue erinndern haben, welcher gestalt ich mich bey derselben wegen zwayer Bücher, die ich allhie wider den Irrthumb der verstockhten Juden aussgehen lassen, unnd denen Durchleuchligisten Ertzhertzogen zue Österreich Ernesto unnd Maximiliano diemüethigist dediciert. Inn verschiennem Jahr durch den Wohlgebohrnen Herrn vonn Dietrichstain Freyherrn, so mir das Wort gethann, gehorsambist anngemelt hab; wie mir dann Euer Khayserl. May. zue ..... zwaintzig Thaller genedigist verordnet, darauf ich zue Herrn Bischoffen zue Passau getzogen, welcher mich ain Zaitlanng bey sich gehalten, unnd mit allen gnaden bedacht, auch verfertigten Testimonio abgefertigt, unnd dem Wohlgebohrnen Herrn Rumpffen Freyherrn und Herrn Thuembbrobsten eommendiert. Nun hett ich aber zwar Ursach Euer Römisch. Kaiserl. May. wegen meines Weibs, Khinnder unnd^ Güetter, so mir im Lanndt zue Polln durch die Juden lautt habender Khönigkhlichen Khundtschaften entführt, unnd au- Prag geführt, allda sie noch bey den Juden seyn, unnd mir vorgehallten werden, dann auch umb dasf die Juden zue Prag meinem Sohn, so auch den Catholischen Glauben Jannehmen wollen, mit Gifft vergeben, dessen allhieiger Stadtrichter, bey dem solche unnchristentliche Thatt prothocolliert worden, inn Fall der Noth genuegsambe Khundtschafft geben wird! Item dass sie die Juden zue Prag mir mein güettl als Behausung, unnd annder vätterlich Erb biss auf dato verhalten, vmb genedigiste Hülff inn Tieffiffiste Diemuth anntzuehalten. Weil ich aber allain, unnd vonn meinen Bluetsfreunden verlassen, entgegen vill seyn, die baldt ain Summa Geldt aufbringen, unnd grosser Herrn Hueldtschaft ann sich ziehen khünnen, muess ich der Zeit vonn ihnen setzen, damit mir nit etwo was ergers vonn ihnen begegne; dann sie mir zuvor, als.ich bey dem Archiepiscopo Gnesnensi inn Polln gewesen, nach dem Leben gestanden. Derowegen vill gericht umb geldt gestrafft worden, fürnemblidf aber seyn sie der Zeitt auf mich ergrimbt, dass ich inn anngeregten zwayen Büechern etwas vonn der grossen Gottslästerung, die sie Täglich inn ihrem betten unnd gemainen Sprüechwörtern wider Christum, unnd seine heillige Khirchen gebrauchen, auch alle Christliche Obrigkhait täglich gleichsfahls inn ihrem betten unnd Worten verfluechen, unnd verdammen, meinem Vermügen nach geschrieben. So hab ich ebenermassen jetzunder nit allain wider die Juden, sonndern auch