Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Journal
- Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 1-3 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Głogów 1× ep/1047915
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„Viennensis" kann demnach geschlossen werden, dass auch die ersten Ansiedler nicht durchaus als „Origine Palffiani" bezeichnet werden. Da bei dem Stillschweigen der Quellen das Alter der Pressburger Gemeinde nicht höher hinauf gesetzt werden kann, muss man sich zu der Deutung entschliessen, dass unter Origine Palffiani jene Ansiedler zu verstehen sind, die aus anderen Palffyschen Besitzungen nach Pressburg eingewandert sind, wobei das Alter dieser Siedlungen selbst noch zu bestimmen sein wird. Der erwähnte Fall Lehmann scheint diese Auffassung zu stützen. Herz Lehmann war der Schwiegersohn des aus Bösing, einer Palffyschen Besitzung, stammenden Finanzmannes Lazar Hirschl. Durch dieses Familienverhältnis hatte Lehmann gewiss schon vor der Einwanderung nach Pressburg das Wohnrecht in Bösing erlangt. Wie dem auch im einzelnen Falle sein mag, die Herkunftsorte, die in der Liste angegeben werden, führen uns eine ansehnliche Zahl jener Teile vor, aus denen sich das bunte Bild des Pressburger Ghettos in den ersten fünfzig Jahren seines Bestehens zusammensetzte. Ausser den 42 Palffyscher Herkunft, deren weiterer Ursprung verborgen bleibt und 16, wo die Angaben in den betreffenden Rubriken fehlen, die aber, nach einzelnen Indizien zu schliessen, zu den Palffyschen zu zählen wären, werden namhaft gemacht: Aus Ungarn: Eisenstadt 93 109, Keresztur 99, Mattersdorf 10 123, Ofen 94, Veszprim 114, Vieszka(?) 119. Wien (die alte Judenstadt) 14. Mähren: Eibenschitz 106 121, Gewitsch 15, Nikolsburg 76 103 110 01mütz(?) 95, Prossnitz 107 116, Trebitsch 102, ohne Bezeichnung des Ortes 83 86. Schlesien: 80. Böhmen: Kamnitz 117, Prag 8 9 12 16 91 92 113 115 120, ohne Bezeichnung des Ortes 78 81 90 97. Deutschland: Ansbach 4 13 88, Bamberg 5, Durlach 85, Elsass 100, Franken 75 87 96 108, Frankfurt 105, Glogau 82, Hamburg 7, Heidelberg 1 77, Hessen 84, Hildesheim 104, Mainz 89, Pfalz 3 111, Trier (?) 2, Worms 6 98, ohne nähere Bezeichnung 101. Livland (seit 1726 zu Russland gehörig) 79. Polen 11 122. Bei 112 ist Polonia irrtümlich angegeben. Es mag hier bemerkt werden, dass Polen, das sonst als Exportland für geistliche Funktionäre bekannt ist, nur den Oberrabbiner liefert, während die anderen Beamten der Gemeinde grösstenteils aus Mähren bestritten werden. Die beträchliche deutsche Einwanderung ist zumeist durch Wien bedingt Bei der Hälfte der Einwohner deutscher Provenienz lässt sich nachweisen, dass sie entweder in Wiener Geschäftshäusern tätig waren oder dass sei ihre finanzielle Stellung eingebüsst und infolgedessen das dortige Wohnrecht verloren hatten.