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Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen · 1913-01-01 · 4, 5 und 6 (1913) · p. Seite 41

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Journal
Archiv für jüdische Familienforschung, Kunstgeschichte und Museumswesen
Volume
1 (1912-1913)
Issue
4, 5 und 6 (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 41 (sequence 41)
Language
German
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-41 das Polizeiinspektorat hat mich angezeigt und „ich hab' kein langweilig Prozess anfangen wollen" . . . Am Sabbath, am 8. Ijar hatte ich einen Streit mit R. Jakob Neufeld11), Lehrer bei R. Löw^ Wertheim und Schwiegersohn des R. Saul Kempner und den Brüdern Wolf und Moses Zirels, die mich mit den ärgsten Beleidigungen überschütteten, nur gerade dass sie mich nicht schlugen. All dieser grundlose Hass aber kam von dem Neid den sie über (gegen) mich empfanden wegen der Fülle des Ruhmes und des grossen Lobes, mit dem man mich pries. Und die ganze Zeit fürchtete ich mich davor. Montag, am 1. Tamus verliess ich Wien mit dem Postwagen und kam Freitag, den 5. Tamus nach Laibach. Ich war gezwungen, den Sabbath dort zu verbringen und wurde von dem Grafen Auersperg und dem Baron R o s e t sehr geehrt, besah das Schloss des Grafen Lamberg und machte die Bekanntschaft eines irischen Kapitäns vom Regiment Browne. Sonntag, 7. Tamus, vor Sonnenaufgang, reiste ich nach Triest weiter. Bei dem Dorfe Pilanje traf ich den Baron Roset samt seiner Gattin. Sie und auch andere Kavaliere warnten mich, meine Reise zu überhasten, da es Räuber auf dem Wege gäbe. Gelobt der Herr, dass ich dort Halt gemacht habe, denn gerade damals hatten sie drei reisende Kaufleute mit grosser Grausamkeit ermordet. Am Abend desselben Tages kam ich unversehrt zum zweiten Mal nach Triest, wo ich im Hause des angesehenen R. Menascheh Marburg wohnte . . . V" Und es drängte mich, von Livorno wegzukommen, denn nicht jeden Tag konnte ich ein sicheres Schiff finden, da zwischen England und Frankreich Krieg war. . . Jüdische Kaufleute schickten zwar öfters Schiffe aus, mit denen ich fast umsonst hätte fahren können, aber ich fürchtete, den Winter über in Livorno bleiben zu müssen. Gott möge meinem Mangel bald eine andere Linderung senden. . . Mir möchte fast die Geduld reissen mit meinem lieben schwedischen Kapitän, der sich wie ein Gelehrter aus Polen einbildet, der gelehrteste zu sein und von dem ich jeden Tag einen Vortrag anhören muss. Ausser seinen übrigen guten Eigenschaften ist er auch noch taub . . . (Das Folgende bildet zwar den Schluss des Tagebuches, gehört aber chronologisch dorthin, wo das Zeichen K~ steht.) Dienstag, den 15. Tamus kam ich unversehrt zur Abendzeit nach Venedig und war, obwohl ich Empfehlungsbriefe an Mordechai Padua, Abraham Cracovia, Isaak Delama mitbrachte, doch gezwungen in sehr dürftiger Weise zu wohnen, und zwar im Hause eines Gastwirtes. Dienstag, den 29. Tamus kam ich nach Padua, einer grossen Stadt, aber voll von Narren und Armut und wohnte in einem ärmlichen Hause, dessen Wirtin sehr mürrisch war. Dr. Can tarini, der Kassier des palästinensischen Almosens war nicht zu Hause, sondern befand sich in «inern Kurort, Dr. F o r t i s war ziemlich unfreundlich. Freitag ... kam ich wohlbehalten nach Verona mit Rekommandation an Senor Virlingo und Dr. Navarro. Montag, 6. Ab gaben sie mir Post und Empfehlungen nach n) Seine Unterschrift im Protokoll der Wiener Chewra Kadiseha. "Wachstem, S. 13

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